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Drohne rettet Rehkitzen rund um Witzenhausen das Leben

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Von: Bernd Schlegel

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Ein wenige Tage altes Rehkitz: Um die Wildtiere vor dem Tod bei der Heuernte zu bewahren, wird im Bereich Witzenhausen eine Drohne eingesetzt. Symbolbild: Patrick Seeger/dpa
Ein wenige Tage altes Rehkitz: Um die Wildtiere vor dem Tod bei der Heuernte zu bewahren, wird im Bereich Witzenhausen eine Drohne eingesetzt. © Symbolbild: Patrick Seeger/dpa

Damit Rehkitze nicht versehentlich bei der Mahd verletzt werden, setzen immer mehr Bauern und Jagdgenosssen auf Drohnen.

Blickershausen/Ziegenhagen – Rehkitze sind in ihren ersten Lebenswochen besonders gefährdet. Deshalb haben sich Jagdgenossenschaften aus mehreren Witzenhäuser Stadtteilen für die Aufklärung aus der Luft entschieden und setzen seit mehreren Jahren eine Drohne mit Wärmebildkamera ein, um die Jungtiere zu retten.

Das Problem: Die Rehkitze bleiben im hohen Gras in Deckung. Gleichzeitig läuft aber die Mahd beziehungsweise Ernte der hochgewachsenen Wiesenflächen zur Silage- oder Heugewinnung. Dadurch werden viele Kitze getötet. Inzwischen wurden durch das Projekt, bei dem viele Beteiligte aus der Jägerschaft mit Landwirten kooperieren, zahlreiche Kitze gerettet.

Voraussetzung dabei ist die frühzeitige Mitteilung der Landwirte, welche Flächen wann gemäht werden sollen. Am besten sind die Kitze in den frühen Morgen- beziehungsweise späten Abendstunden mit der Wärmebildkamera auszumachen, da dann die Umgebungstemperatur abkühlt. Dadurch sind die jungen Tiere, die von der Spezialkamera der Drohne als Wärmequellen dargestellt werden, besonders klar zu erkennen und auszumachen. Die Anschaffung einer Drohne für den Schutz der Rehkitze vor dem frühen Tod war mit dem finanziellen Engagement der Jagdgenossenschaften Ziegenhagen, Blickershausen und Ermschwerd möglich.

Nach der weitgehend wildtierschonenden Ernte beziehungsweise Mahd gibt es aber ein anderes Problem: Dem Wildtiernachwuchs fehlt nun oft die Möglichkeit, in Deckung zu gehen. Sie sind deshalb auf Waldrandflächen, Gebüsche und Feldraine beziehungsweise Feldholzinseln angewiesen. Freilaufende Hunde sind dort aber oft unterwegs und bringen das Jungwild in Panik. In zahlreichen Fällen werden die Tiere von Hunden gerissen oder zu Tode gehetzt.

„Gerade jetzt in dieser Zeit muss an alle Hundehalter appelliert werden aus eigenem Interesse und zum Schutz des Jungwildes, die Hunde an der Leine zu führen“, sagt Ralf Ehrenberg. Er ist Landwirt, Jäger und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Ziegenhagen. Er unterstützt das Drohnenprojekt, die Koordination und die Initiative der vielen Freiwilligen. „Ich bin dankbar, dass sich so viele Freiwillige zur Verfügung stellen, um Wildtiere zu retten“, sagt er. (bsc)

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