1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Witzenhausen

Fahrraddemo gegen die geplante zweite Laster-Zufahrt zur Papierfabrik in Witzenhausen

Erstellt:

Von: Michael Caspar

Kommentare

Langer Rückstau auf der Bundesstraße 451: Mit einer Fahhraddemo von der Unimensa zur Papierfabrik protestierten rund 50 Menschen gegen eine zweite Zufahrt.
Langer Rückstau auf der Bundesstraße 451: Mit einer Fahhraddemo von der Unimensa zur Papierfabrik protestierten rund 50 Menschen gegen eine zweite Zufahrt. © Michael Caspar.

Rund 50 Menschen demonstrierten am Freitag gegen eine zweite Zufahrt für die Firma DS Smith in Witzenhausen.

Witzenhausen – Für eine Wiederinbetriebnahme der Gelstertalbahn haben sich am Freitagabend gut 50 Bürger stark gemacht. Die Fahrraddemo ist von der Gruppe Verkehrswende Witzenhausen organisiert worden.

Angesichts der sich immer deutlicher abzeichnenden Folgen der Klimakrise dürfe die Stadt nicht weiter auf Lösungsansätze „von vorgestern“ setzen, erklärte Redner Matthias Klipp, Vorsitzender des Ortsverbands Witzenhausen und Neu-Eichenberg des Bunds für Umwelt und Naturschutz. Unter kräftigem Applaus lehnte er die von SPD und CDU vorangetriebenenen Planungen ab, im Gelstertal eine zweite Zufahrt zur Firma DS Smith zu schaffen. Das Unternehmen hatte dazu eine Anfrage an die Stadt gestellt. Der Grund: Die seit 2008 zur Energiegewinnung genutzte Müllverbrennungsanlage der Fabrik benötigt zunehmend mehr Brennmaterial. Dieses wird von Lastern angeliefert. Sie stauen sich heute zu bestimmten Zeiten auf der Bundesstraße 451 weit zurück.

Die Bahntrasse sei erst 2001 aufgegeben worden, erklärte Klipp. Die Flächen seien planungsrechtlich noch immer für den Bahnverkehr vorgesehen, die Gleise vorhanden. Die Fläche sei nicht überbaut. Auch die alte Eisenbahnbrücke über die Werra am Fuße des Johannisbergs Richtung Unterrieden stehe bis heute. Durch die Reaktivierung ließen sich die Anlieferprobleme des Unternehmens ökologischer lösen. Der Straßenausbau erscheine nur deshalb billiger, weil die hohen Kosten des Klimawandels nicht im Preis enthalten seien. Klipp appellierte an das Verantwortungsbewusstsein des Konzerns.

Zu Wort kam während der Kundgebung auf einer Wiese in Sichtweite der Fabrik auch Anwohner Korbinian Kalb. Die geplante Zufahrt werde an seinem Bauernhof an der Kasseler Landstraße 9 vorbeiführen. Durch den Schwerlastverkehr hunderter Laster würden seine Mieter, die drei Imkereien sowie kleine Betriebe auf dem Hof „massiv gestört“. Entwertet würde der Bereich bei der bestehenden Gelsterbrücke, über die der Zufahrts-Verkehr geführt werden solle. Ein „Idyll“, das von Anwohnern als Naherholungsgebiet genutzt werde, drohe verloren zu gehen. Kalb erwartet zudem, dass sich bereits bestehende Probleme mit wild entsorgtem Abfall verschärfen. Die Lastwagen-Fahrer entledigten sich unappetitlicher Dinge wie Kunststoffflaschen, in die sie während langer Touren ihre kleinen Geschäfte verrichten würden. Außerdem zeigte er sich verärgert über die geplante Einbahnstraßenregelung, die die Zufahrt zum Hof erschwere.

Die Stadt soll ihren Nachhaltigkeitsfahrplan Witzenhausen 2030, der „großartige Punkte“ enthalte, auch umsetzen, forderte Veranstalterin Linnea Puck. Ihr Mitstreiter Stephan Carsten kündigte an, dass die Gruppe weitere Verkehrsprobleme bei freitäglichen Fahrrad-Demos aufgreifen wird. (zmc)

Auch interessant

Kommentare