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Durch Pandemie hoher Nachhilfe-Bedarf bei Schülern

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Von: Konstantin Mennecke

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Schule
Homes-Schooling führt zu großem Nachhilfe-Bedarf © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Die Corona-Pandemie hat in Verbindung mit Unterricht zuhause, dem sogenannten Home-Schooling, den Bedarf an Nachhilfe deutlich steigen lassen. Sowohl in Schulen als auch bei kommerziellen Anbietern wurden zusätzliche Kapazitäten geschaffen, die insbesondere im Fach Mathematik benötigt werden.

Werra-Meißner – Die Lernrückstände sind über die Zeit der Pandemie gestiegen, wie Martina Hartmann von der Johannisberg-Schule Witzenhausen bestätigt. Die Schule bietet die sogenannte Lernzeit an. Bis zu 50 Schülerinnen und Schüler werden von einem Team aus Lehrern, pädagogischen Kräften, einer sozialpädagogischen Fachkraft, Studenten und Schülern betreut. „Da die meisten Schülerinnen und Schüler Lernrückstände in den Hauptfächern aufweisen, bieten wir fünf zusätzliche Kompensationskurse im Fach Mathematik an“, so Martina Hartmann als Lernzeit-Koordinatorin. Ein weiteres Angebot ist mit „Schüler helfen Schülern“ ebenfalls stark nachgefragt. 45 Kinder und Jugendliche lernen in Kleinstgruppen.

Diese hohe Nachfrage durch entstandene Wissenslücken merkt auch der Anbieter Schülerhilfe, der in Eschwege und darüber hinaus auch in Kassel, Melsungen, Hann. Münden und Northeim Nachhilfe anbietet. Über die Pandemie habe man mit digitalem Unterricht Nachhilfe geben können. Mehr als 90 Prozent der Schüler entscheiden sich aktuell aber für Unterricht in Präsenz, statt für Online-Nachhilfe. „Die Zeiten im Lockdown haben uns gezeigt, wie wichtig die individuelle Ansprache im Präsenzunterricht ist“, betont Denise Kirchberger, Pressesprecherin der Schülerhilfe. Das war in Distanz nicht möglich. „Viele Kinder hatten Probleme, dem Unterricht konzentriert zu folgen, es wurden weniger Fragen im Unterricht gestellt, die Lernzeit und die Motivation waren gering“, so Kirchberger.

Die stärksten Nachfragen verzeichnet die Schülerhilfe in den Fächern Mathematik, aber auch Deutsch und Englisch. „Nach über zwei Jahren in der Pandemie fehlt es den Schülern an Grundlagenwissen“, betont Denise Kirchberger.

Bundesweit haben laut einer durch die der Telekom-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie mehr als 25 Prozent der Schüler Bedarf an Nachhilfe in Folge von Lernrückständen. Die Eltern sehen das noch deutlich strenger: 81 Prozent gehen von Lernrückständen in Folge der Pandemie-Situation aus.

150 Millionen Euro für Aufhol-Programm

Das Land Hessen fördert mit „Löwenstark – der Bildungskick“ Aufhol-Programme in Folge der Corona-Pandemie. Mit 150 Millionen Euro, zu je gleichen Teilen vom Land und vom Bund finanziert, sollen Lernbegleitungen im Unterricht, zusätzliche Förderkurse, Hausaufgabenhilfe, kulturelle- sowie Bewegungsangebote möglich gemacht werden. Die Angebote können unter anderem Bildungsträger, Vereine, aber auch Stiftungen und Universitäten ins Leben rufen. kmn

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