Lob für die Eigenleistung

Feuerwehr Ermschwerd weihte neues Gerätehaus ein

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Gruppenbild vor dem neuen Feuerwehrhaus in Ermschwerd: Bürgermeisterin Angela Fischer (in der Mitte) mit Wehrführer Peter Speck (links von ihr) und dem Vereinsvorsitzenden Erich Müller (rechts von ihr).

Ermschwerd. Gut Ding will Weile haben: Dieses Sprichwort gilt auch für das neue Feuerwehrgerätehaus In der langen Grund in Ermschwerd, das am Freitagabend eingeweiht wurde.

Erste Überlegungen für eine neue Unterkunft gehen schon auf das Jahr 2005 zurück, Pläne wurden jedoch verworfen. Im Jahr 2009 brachte ein Zuschuss von 100.000 Euro aus einem Konjunkturprogramm Bewegung in das Projekt. Begonnen wurde mit den Arbeiten schließlich im Juni 2010.

Zuerst wurde der Dachstuhl des Gebäudes aus dem Jahr 1972 abgenommen, um ein Stockwerk auf das Untergeschoss aufsetzen zu können, wie Wehrführer Peter Speck darstellte. Auf diese Weise gewann man Fläche für Schulungs- und Aufenthaltsräume sowie ein Büro.

Im Erdgeschoss stehen zwei Boxen für Fahrzeuge (Mannschaftstransportwagen und Löschfahrzeug) sowie Umkleideräume bereit. Die Feuerwehrleute leisteten fast 7000 freiwillige Arbeitsstunden am Bau und opferten so manchen Abend und viele Wochenenden. Architekt Hans-Peter Schubert schätzt die Eigenleistung auf 50 Prozent des Arbeitsvolumens, üblich seien bei Wohnbauten 20 Prozent. Örtliche Unternehmen förderten das Projekt, Firmen überwiegend aus dem Raum Witzenhausen waren für die Realisierung eingesetzt.

Auch Ortsvorsteher Viktor Lapuchin zollte dem Engagement der Feuerwehrleute, aber auch vieler anderer Einwohner, Respekt und Anerkennung. Mit der Eigenleistung habe man die Grenze der Belastbarkeit erreicht. „Wir alle profitieren davon“, sagte Lapuchin. Die Grüße der Stadtverordnetenversammlung überbrachte der stellvertretende Vorsteher Jörg Losemann (CDU). Bürgermeisterin Angela Fischer erinnerte sich daran, dass sie schon 2006 kurz nach ihrem Amtsantritt einen ersten Besuch am alten Gerätehaus gemacht hatte. Mittlerweile sei das Bauprogramm für die Stadtteilwehren zu 90 Prozent erledigt, in Wendershausen stehen noch einige kleinere Restarbeiten an.

Hans-Heinrich Staude, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Werra-Meißner, wünschte sich für das neue Haus, dass darin stets Leben herrschen möge.

Die Freiwillige Feuerwehr im Dorf wurde 1936 gegründet, erster Standort eines Spritzenhauses war an der Einmündung Hubenröder/Witzenhäuser Straße. Heute hat die Wehr 32 aktive und 175 passive Mitglieder, wie Vereinsvorsitzender Erich Müller erläuterte.

An längst vergangene Zeiten erinnert in der neuen Bleibe ein Schellenbaum des Spielmannszuges: Bis Mitte der 70er Jahre wurde bei der Feuerwehr auch Musik gemacht. Alle Phasen des Ausbaus der Unterkunft sind in einer Ausstellung im Obergeschoss dokumentiert.

Von Werner Keller

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