Unpassendes Weihnachtsgeschenk

Knapp ein Drittel aller verschenkten Tiere werden nach Weihnachten zurückgegeben

Katzen auf einer Decke
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Sollten nicht einfach so verschenkt werden: Haustiere wie Katzen machen Arbeit und können teuer werden, das sollten angehende Halter bedenken.

Sie machen Freude – aber auch Arbeit, Schmutz und gelegentlich etwas kaputt. „Alle Jahre wieder werden Tiere zu Anlässen wie Weihnachten und Geburtstagen verschenkt“, sagt Susanne Klemens, Erste Vorsitzende vom Tierschutzverein Witzenhausen und Umgebung. Doch: 25 bis 30 Prozent der Tiere, die vergangenes Weihnachten verschenkt wurden, sind wieder abgegeben worden, schätzt sie.

„Aus dem niedlichen Welpenalter wachsen Tiere schnell heraus“, sagt Klemens. „Es müssen Ansprüche erfüllt werden, über die im Voraus oft nicht nachgedacht wird.“ Katzen und Hunde müssen jährlich geimpft, entwurmt und entfloht werden. Oft sind Kastrationen und Tierarztbesuche bei Erkrankungen nötig. Zeit spielt eine Rolle: „Hat der Beschenkte überhaupt die Zeit, sich um ein Tier zu kümmern?“

Tierschutzverein: Vor dem Schenken gut informieren

Auch die finanzielle Seite wird häufig übersehen, so die Vorsitzende. „Ein Tier braucht Pflege, die einiges kostet“, sagt sie. Das kann zum Problem werden, wenn darüber vor der Anschaffung nicht nachgedacht wird – besonders wenn der Beschenkte nichts von dem Präsent wusste. Ein Tier zu verschenken ist nur sinnvoll, wenn der zu Beschenkende sich vorher mit der Haltung beschäftigt hat. „Er muss wissen, wie lange ein Tierleben dauert und was für ein Aufwand auf ihn zukommt – auch emotional.“

Sollte der Beschenkte nicht vorab informiert worden sein, sich aber trotzdem dafür entscheiden, das Tier zu behalten, sollte er schauen, woher das Tier kommt und sich über den Gesundheitszustand informieren. „Bestenfalls sollte er dann bei einem Tierarzt vorstellig werden“, sagt Klemens.

Zur Not weitervermitteln

Doch wenn der Beschenkte das Tier nicht behalten möchte, sollte er es wieder dort hinbringen, wo es hergeholt wurde. „Ist das nicht möglich, rate ich zu einer schnellstmöglichen Privatvermittlung“, so die Vorsitzende. „Soziale Netzwerke und lokale Zeitungen bieten dazu Möglichkeiten.“ Dabei sollte er darauf achten, wohin das Tier vermittelt wird. Örtliche Tierschutzvereine helfen mit einer Kontrolle und einem Gespräch mit den Interessenten. „Wenn das auch nicht geht, sollte der Beschenkte mit einem Tierheim oder Katzenhaus Kontakt aufnehmen.“ Dort wird das Tier aufgenommen, wenn noch Plätze frei sind. (Von Fabian Becker)

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