Konzert unter freiem Himmel an der Werra

Johannes Oerding macht 800 in Bad Sooden-Allendorf locker

Sänger Johannes Oerding steht auf der Bühne, singt und spielt Gitarre.
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Endlich wieder auf der Bühne: Sänger Johannes Oerding konnte es am Freitagabend kaum abwarten, ein Konzert im Soundgarten an der Werra in Bad Sooden-Allendorf zu geben.

Gegen 20.30 Uhr stürmt Johannes Oerding die Bühne mit den Worten: „Ich habe es nicht länger ausgehalten.“ Dies bezieht er auf den verzögerten Einlass, der dem Hygienekonzept geschuldet ist. Dieser Satz steht auch für den Lockdown, währenddessen keine Konzerte möglich waren. Am Freitagabend gab Oerding im Soundgarten im Stadtgraben von Allendorf ein Konzert seiner „Lagerfeuer Acoustics“-Deutschlandtournee. Man spürte, dass ihm das gefehlt hat.

Bad Sooden-Allendorf – Das Flair auf der Wiese, neben der Werra, gleicht einem Festival. Bunte Liegestühle, Lichterketten und ein Lagerfeuer geben dem Gelände einen heimeligen Rahmen. Der Hamburger Musiker sitzt, in schlichtem Schwarz gekleidet, auf der Bühne, der Hut als Markenzeichen darf nicht fehlen. Oerding und seine Band beginnen mit dem bekannten Song „Kreise“.

Der Wahl-Hamburger ist selbst auf dem Land aufgewachsen und begeistert von der Region. Beim Lied „Traurig, aber wahr“ zeigt er sein Talent als A-Cappella-Musiker und liefert ein Posaunen-Solo mit dem Mund.

Dann die Überraschung: Der Sänger steigt von der Bühne und zeigt sich publikumsnah. Er geht durch die Reihen und nutzt die Gelegenheit, einen freien Stuhl neben Rentnerin Erika zu ergattern. Die beiden halten einen kleinen Schwatz, bevor Johannes Oerding bis in die letzte Reihe weiterzieht und ein Mädchen mit einem kurzen Ständchen beglückt.

Zurück auf der Bühne folgt die Ballade „Unter einem Hut“ mit Begleitung eines Kontrabasses.

Die etwa 800 Gäste an diesem Abend sind kein übliches Pop-Konzert-Publikum und zeigen sich zurückhaltend. Einige scheinen diese Art von Konzert zum ersten Mal zu erleben und genießen es, eine solche Möglichkeit „direkt vor der Tür“ zu haben. Doch Oerding schafft es immer wieder, seine Gäste mit kleinen Aktionen zu lockern. Beim Liebeslied „So schön“ fordert er die Menschen auf, sich gegenseitig Komplimente zu machen, und singt anschließend mit ihnen im Kanon.

Nach vielen eigenen Songs bringt der Künstler noch einige Cover-Lieder und erfüllt spontan Publikumswünsche.

Das zweieinhalbstündige Konzert endet nach drei Zugaben. „Die Menschen sind aus ganz Deutschland angereist, sogar aus Wiesbaden und Flensburg.“, staunt Martina Adler vom Veranstalter, Hessensound Veranstaltungstechnik (Eschwege). Und Zuschauerin Julia Blumenstein resümiert: „Wow, ich wusste gar nicht, dass Bad Sooden-Allendorf so etwas kann.“ (da)

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