Eine Brücke von Vanuatu nach Witzenhausen

Vergleich der Lebensverhältnisse – 80 Frauen beteiligten sich an Umfrage am Weltgebetstag

Manuela Zimmermann (hinten von links) und Katja Eggert sowie Pfarrer Christian Schäfer präsentierten die Ergebnisse der Umfrage, an der sich 80 Frauen aus Witzenhausen und dessen Ortsteilen beteiligten.
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Manuela Zimmermann (hinten von links) und Katja Eggert sowie Pfarrer Christian Schäfer präsentierten die Ergebnisse der Umfrage, an der sich 80 Frauen aus Witzenhausen und dessen Ortsteilen beteiligten.

Anlässlich des Weltgebetstages fand am 5. März beim Witzenhäuser Wochenmarkt eine Umfrage unter Frauen statt. Jetzt wurden die Ergebnisse präsentiert.

Witzenhausen – In mehr als 150 Ländern feierten Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche am Weltgebetstag ökumenische Gottesdienste. Gebete, Lieder und Texte wurden in diesem Jahr von Frauen aus dem südpazifischen Inselstaat Vanuatu zusammengestellt. „Unsere Umfrage hatte das Ziel, eine Brücke zu schlagen sowohl zwischen den Lebenswelten von Frauen in Vanuatu und dem Leben von Frauen in Witzenhausen als auch zwischen dem Weltgebetstag und dem nur drei Tage später stattfindenden internationalen Tag der Frau“, sagt Katja Eggert, Beauftragte für Gleichstellung und Integration der Stadt Witzenhausen.

Zusammen mit Manuela Zimmermann, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Werra-Meißner und mehr als 50 Helfern aus den Weltgebetstag-Vorbereitungsteams in den fünf Witzenhäuser Kirchengemeinden organisierte Eggert dafür eine Umfrage. Sowohl auf dem Marktplatz als auch in den Kirchen sollten Frauen dabei Fragen aus den Bereichen Arbeit, Liebe, Geld und Familie beantworten.

„Der Aufhänger für unseren Fragenkatalog war die Tatsache, dass es in Vanuatu so etwas wie Gleichberechtigung und ein selbstbestimmtes Leben für Frauen nicht gibt“, sagt Katja Eggert. Deshalb wurden zu den unterschiedlichen Themenschwerpunkten jeweils vier Aussagen gestellt, die von den Befragten mit ja oder nein beantwortet werden sollten. Zum Themenbereich Familie hieß es da etwa „Mein Partner kocht, wäscht, putz und kauft ein“, zum Thema Geld „Ich habe ein eigenes Konto“, zum Thema Liebe „Ich führe eine Beziehung auf Augenhöhe“ oder zum Thema Arbeit „Ich gehe arbeiten“.

„Mit insgesamt 80 befragten Frauen war die Beteiligung an der Umfrage richtig gut“, freut sich Katja Eggert. Die jüngste Teilnehmerin sei dabei 18 Jahre, die älteste stolze 100 Jahre alt gewesen. Überwiegend habe das Alter der Beteiligten jedoch zwischen 40 und 70 Jahren gelegen. „Allein schon durch die Fragestellung kamen sehr intensive Gespräche zustande“, betont Manuela Zimmermann.

Auch wenn das Ergebnis insgesamt erwartungsgemäß ausgefallen sei und es sich gezeigt habe, dass die meisten Frauen ein überwiegend gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führen, habe es dennoch die eine oder andere Überraschung gegeben. „Mich hat beispielsweise gefreut, wie viele Frauen einen eigenen Rentenanspruch haben oder nach eigener Aussage in ihrem Wunschberuf arbeiten“, sagt Kaja Eggert. „Andererseits ist es etwas erschreckend, dass es bei uns immer noch Frauen gibt, die tatsächlich heiraten mussten“, meint Christian Schäfer, Pfarrer in Hundelshausen und Dohrenbach.

„Uns war es wichtig, Frauen einfach mal zum Nachdenken anzuregen und zu sensibilisieren, wie wir hier leben im Unterschied zu den Frauen in Vanuatu“, sagt Katja Eggert. Ein dickes Lob von allen Beteiligten gibt es für die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Kommune.

(Per Schröter)

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