Helfer für Partnerstadt gesucht: Kayunga braucht eine Feuerwehr

Sie wollen helfen, eine Feuerwehr in Kayunga aufzubauen: Verwaltungsmitarbeiter Bernd-Dieter Köhler (von links) und Bürgermeisterin Angela Fischer sowie Isabella Junker (Vorsitzende Uganda-Team), Dirk Junker und Hans-Heinz Staude. Foto: Steensen

Witzenhausen. Wenn es in Kayunga brennt, ist guter Rat teuer - und die umliegenden Gebäude sind meist nicht mehr zu retten.

Denn für die 26.000 Menschen in Witzenhausens ugandischer Partnerstadt gibt es keine Feuerwehr. Das soll sich ändern: Denn das Uganda-Team und die Stadt Witzenhausen wollen helfen, eine Wehr aufzubauen und ein gebrauchtes Feuerwehrfahrzeug samt der nötigen Ausrüstung zu beschaffen.

Zudem wollen die Organisatoren Dirk Junker und Hans-Heinz Staude die Feuerwehr-Ausbildung verbessern. Die beiden wissen, was sie tun: Junker, der frühere Vorsitzende des Uganda-Teams, ist Stadtbrandinspektor von Großalmerode, Staude hatte das gleiche Amt lange in Witzenhausen inne. Sie haben genau geprüft, was vor Ort gebraucht wird und umgesetzt werden kann.

Gefährdete Häuser in Kayunga: Wenn es in einem Laden brennt, kann das Feuer schnell auf den ganzen Block übergreifen, weil die Stadt keine Feuerwehr hat. Deshalb wollen sich Menschen aus Witzenhausen dafür einsetzen, dass Kayunga ein geländegängiges Feuerwehrfahrzeug erhält, das auch mit ungeteerten Pisten wie dieser fertig wird. Foto: Junker/nh

„In Uganda ist der Brandschutz Aufgabe der Polizei“, erklärt Staude, der schon vor zwei Jahren in Kayunga Gespräche mit Stadtverwaltung und Polizei geführt hat. Allerdings habe die Polizei keine Feuerwehr-Ausrüstung. Wenn es in Kayunga brennt, muss die Wehr aus dem eine Stunde entfernten Jinja anrücken. „Das macht sie aber nur, wenn der Brand sehr groß ist und sich die Fahrt lohnt“, berichtet Isabella Junker, die aus Kayunga stammt und Vorsitzende des Uganda-Teams ist. Die Polizisten vor Ort hätten bestenfalls Grundkenntnisse in der Brandbekämpfung, hat Staude festgestellt. Deshalb wollen er und Dirk Junker im Juli mit einem kleinen Team für zwei Wochen nach Kayunga reisen und 15 Polizisten unter anderem den Umgang mit dem Löschfahrzeug erklären. Bei den Schulungen soll es neben Erster Hilfe um Einsatztaktik gehen, damit das wenige vorhandene Wasser möglich effizient eingesetzt wird. Denn der Druck im städtischen Wassersystem mit nur drei Hydranten sei zu niedrig als dass ihn die Wehr nutzen könnte, sagt Staude. Man müsse Wasser aus Brunnen und Teichen aufnehmen. Deshalb soll die Wehr in Kayunga mit einem gebrauchten Tanklöschfahrzeug (TLF 16) mit 2500-Liter-Tank ausgestattet werden. „Wir kaufen auf jeden Fall ein Mercedes-Fahrzeug“, sagt Junker. Der Grund: Es gibt vor Ort Werkstätten, die Mercedes-Lastwagen reparieren und warten können.

Schulungen für Bevölkerung 

Weil viele Menschen in Kayunga nicht wissen, wie sie reagieren sollen, wenn es brennt, soll im Juli zudem in den Schulen über das richtige Verhalten im Brandfall informiert werden. Junker kann sich auch vorstellen, dass die Freiwilligen des Uganda-Teams das künftig übernehmen.

Die Projektkosten liegen bei 50 000 Euro - 30 000 Euro werden allein für den Kauf des gebrauchten Fahrzeugs in Deutschland benötigt, etwa 12 000 Euro für das Verschiffen nach Afrika. Das Projekt wird über die Agentur Engagement Global größtenteils vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. Der Eigenanteil von 5000 Euro muss durch Eigenmittel und Spenden aufgebracht werden.

Hintergrund: Helfer und Ausrüstung gesucht 

Um die Feuerwehr in Kayunga besser ausstatten zu können, bitten Hans-Heinz Staude und Dirk Junker die Feuerwehren im Kreis, Ausrüstungsgegenstände zu spenden, die wegen technischer Vorschriften in Deutschland nicht mehr eingesetzt werden dürfen, aber noch funktionsfähig sind. Alle Gegenstände würden vor dem Transport nach Uganda auf Verwendbarkeit geprüft und bei Bedarf überholt. Ab Januar soll eine Liste auf der Internetseite des Uganda-Teams zeigen, was konkret gebraucht werde, so Junker.

Zudem suchen die Organisatoren Interessierte mit Feuerwehr-Grundausbildung und Englischkenntnissen, die Lust haben, in Uganda Feuerwehrleute zu schulen oder in Witzenhausen bei der Vorbereitung der Lehrpläne und der Unterrichtsmaterialien zu helfen. 

Kontakt:  Dirk Junker, Tel. 0151/22 56 51 10, E-Mail: Dirk.Junker@uganda-team.de. Spenden: Uganda-Team e.V., IBAN: DE17 5225 0030 0050 0274 08, Betreff: Feuerwehr Kayunga

www.uganda-team.de

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