Kritik an unzureichender Einbindung im Vorfeld von Bauprojekten

Bürger von Ellingerode fordern mehr Beteiligung bei anstehenden Sanierungen

Die Brücke an der Weinbergstraße in Ellingerode ist baufällig.
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Auch die Sanierung der Brücke an der Weinbergstraße sorgt für Diskussionsstoff.

Weder bei der Erneuerung der Brücke an der Weinbergstraße, noch bei den Kanalarbeiten im Hohlweg oder der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses fühlen sich die Bürger aus Ellingerode in die Planungen eingebunden.

Ellingerode - „Wieder sind wir als Bürger von Ellingerode nicht beteiligt worden, um bauliche Fehler wie beim Brückenbau in der Kirchstraße im Vorfeld zu vermeiden“ – mit diesen Worten kritisierte der ehemalige Ortsvorsteher und Architekt Jürgen Wilhelm auf der Ortsbeiratssitzung am Dienstag das Vorgehen von Stadt und Stadtwerken bei Projekten in Ellingerode. Obwohl auf einer früheren Ortsbeiratssitzung beschlossen worden war, die Brückenpläne den Bürgern vorzustellen, wurden diese erst auf Anforderung des Ortsvorstehers drei Tage vor der jüngsten Sitzung zur Einsicht vorgelegt.

Nach Ansicht des Architekten sind diese aber nicht aussagekräftig genug, um den Brückenbau als Ganzes zu beurteilen. „In Absprache mit dem Ortsvorsteher soll eine Erläuterung der Pläne noch vor dem Baubeginn im August nachgeholt werden“, versprach Bürgermeister Daniel Herz. Mit Ortsvorsteher Martin Knobel musste er die Bürger bei den emotional geführten Debatten des Öfteren ermahnen, trotz aller Kritik sachlich zu bleiben.

Bei den Kanalbauarbeiten im Hohlweg haben die Stadtwerke nach Ansicht der anwesenden Bürger die schlechtere Lösung gewählt: Anstatt den Kanal durch ein privates Grundstück zu führen, haben sich die Stadtwerke für einen störungsanfälligen Pumpenschacht mit Hebewerk entschieden. Dass die Sanierung des Bürgerhauses nicht im Investitionsprogramm bis 2024 steht, sorgte ebenfalls für Diskussionen.

Während der Ortsbeirat für die Sanierung der Außenfassade und der Teilerneuerung der Fenster Kosten von unter 50 000 Euro schätzt, hat die Stadt 250 000 Euro für die Sanierung veranschlagt. Herz will deshalb einen runden Tisch mit Vertretern des Bauamtes, der Politik, des Ortsbeirates und des Trägervereins einberufen, um eine sinnvolle Lösung für die Ellingeröder zu erarbeiten. Die Maßnahme soll dann mit im Nachtragshaushalt 2020 dem Stadtparlament vorgelegt werden.

Es gab aber auch Positives: Die Gestaltung der Ikek-Baumaßnahme am Lindenplatz wurde trotz einiger Probleme während der Bauarbeiten von den Bürgern positiv beurteilt. Zudem soll an der Einmündung des Hohlweges in die Wilhelmshäuser Straße ein Verkehrsspiegel für mehr Sicherheit sorgen.

Der Vorsitzende des Trägervereins, Klaus Wilhelm, und Ortsvorsteher Martin Knobel weisen auf den dringenden Sanierungsbedarf des Ellingeröder Dorfgemeinschaftshauses hin.

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