Engagement für den Klimaschutz

Junge Leute setzen sich in Witzenhausen für „Fridays for Future“ ein

Wollen mehr Bewusstsein fürs Klima schaffen: Carmen (19), Nahuel (20) und Jonas (24) von der Witzenhäuser Ortsgruppe von „Fridays for Future“. Am Samstag verteilen sie am Werraufer Blumensamen an Interessierte.
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Wollen mehr Bewusstsein fürs Klima schaffen: Carmen (19), Nahuel (20) und Jonas (24) von der Witzenhäuser Ortsgruppe von „Fridays for Future“. Am Samstag verteilen sie am Werraufer Blumensamen an Interessierte.

In Witzenhausen nimmt die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ wieder Fahrt auf. An diesem Wochenende gibt es zwei Aktionen.

Witzenhausen – Junge Leute gehen für mehr Klimaschutz auf die Straße, „Fridays-for-Future“-Gründerin Greta Thunberg ist regelmäßig Thema in den Medien – das war vor Beginn der Corona-Pandemie. Doch wegen der Kontaktauflagen gibt es weniger Veranstaltungen, die Bewegung schien ausgebremst.

Aber nicht in Witzenhausen: Hier erhält die „Fridays-for-Future“(FFF)-Ortsgruppe gerade neues Leben. Sieben Schüler und Studenten sind derzeit aktiv, „aber uns ist auch jede Öko-Oma willkommen“, sagt Jonas Clemens mit einem Augenzwinkern. Schließlich gehe Klimaschutz alle an und jeder könne mitmachen.

Treffen derzeit vor allem digital

Weil Treffen mit großen Gruppen gerade nicht möglich sind, beraten die Mitglieder in digitalen Konferenzen, wie sie Klimaschutzfragen in die Öffentlichkeit bringen können. Dazu nutzen sie auch soziale Netzwerke wie Facebook oder Dienste wie WhatsApp und Telegram. Wenn es wieder möglich ist, will sich die Gruppe auch regelmäßig „vor Ort“ treffen.

Statt großer Aktionen gibt es zunächst kleine Projekte – etwa Blühsamenmischungen verteilen. So sollen bedrohte Arten in die Gärten gebracht werden, sagt Clemens. Heute, 15. Mai, will die Gruppe ab 15 Uhr am Werraufer nahe des Basketballplatzes an der Schlagd Samen verteilen und mit Interessierten ins Gespräch kommen. „Wegen Corona sind natürlich nur Einzelne von uns verteilt vor Ort, sodass wir alle Regeln einhalten können“, betont Abiturientin Carmen Appel. Am Sonntag, 16. Mai, findet ab 19.30 Uhr ein Online-Einstiegstreffen für Interessierte statt.

Die Aktivisten sind überzeugt, dass FFF in Witzenhausen Erfolg haben kann, da es hier viele umweltbewusste Menschen gebe und seit der Kommunalwahl auch eine gestärkte links-grüne Opposition im Stadtparlament. Mit Parteien zusammentun will sich die Gruppe zwar nicht, sagt Appel: „Fridays for Future ist eine überparteiliche Bewegung.“ Aber gegen Gespräche spreche nichts. Auch mit benachbarten FFF-Gruppen in Eschwege, Hann. Münden und Neu-Eichenberg wolle man kooperieren.

Viele Themen rund um Witzenhausen

Wie viel Umweltaktivismus bewegen kann, zeige das Protestcamp auf dem Acker bei Neu-Eichenberg, sagt Nahuel Mongi Vollmer. Es habe zu einem großen politischen Wandel in der Gemeinde und dem Aus für das Logistikgebiets beigetragen. Auch rund um Witzenhausen gebe es viele Konfliktpunkte, sagt Vollmer. Beispiele seien der Verkehr und die Zukunft der Werrabrücke. Dazu wolle die Gruppe nun erst mal ihre Positionen definieren.

Neuen Schwung erhofft sich das Team auch durch das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Es hatte nach einer Klage von FFF erklärt, dass das Klimaschutzgesetz nicht verfassungsgemäß ist und nachgebessert werden muss. „Ein schöner Etappensieg“, sagt Clemens.

Optimistisch sind die Drei auch, dass die Folgen der Corona-Pandemie wieder zurückgehen. Denn aktuell sorgten   Einwegmasken  und -handschuhe, Verpackungen von Lieferessen und noch mehr Online-Shopping für neue Müllberge. Auch deshalb will die Gruppe ein Bewusstsein für mehr Umweltschutz aufbauen. Eine Verbotsbewegung wolle man aber nicht sein, sondern lieber Tipps geben, wie man etwas bewegen kann, betont Clemens. (Friederike Steensen)

Kontakt: Wer sich informieren oder am Online-Einstiegstreffen teilnehmen will, meldet sich per E-Mail (witzenhausen@fridaysforfuture.de) oder WhatsApp- oder Telegram-Nachricht (Tel. 0 15 20/766 89 72). Weitere Informationen gibt es auch auf der Facebook-Seite der Gruppe.

Public Climate School

Für Lehrer und Schüler hat die FFF-Ortsgruppe Witzenhausen noch einen besonderen Tipp: Von Montag, 17. Mai, bis Freitag, 21. Mai, veranstaltet die bundesweit aktive Gruppe „Students for Future“ die sogenannte Public Climate School („Öffentliche Klimaschule“). „Ziel dieser interaktiven Themenwoche ist es, Klima- und Umweltbildung in die Gesellschaft und an die Schulen zu bringen“, heißt es auf der zugehörigen Internetseite.

Für das Programm hat die Gruppe didaktisch aufbereitete Unterrichtseinheiten, Arbeitsmaterialien und Verlaufspläne entwickelt, die kostenfrei auf der zugehörigen Internetseite zur Verfügung stehen.

Die Aktion findet zum vierten Mal statt, erstmals gibt es Angebote für alle Klassen von der Grundschule bis zur Oberstufe. Schüler und Lehrer können ohne Anmeldung den Livestream bei Youtube nutzen. (fst)

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