Keine gültigen Wahlvorschläge

Ermschwerd und Retterode sind bald ohne Ortsbeiräte

Seit 42 Jahren Ortsvorsteher von Ermschwerd: Viktor Lapuchin. Foto: Beutner

Werra-Meißner. Im Witzenhäuser Stadtteil Ermschwerd und im Hessisch Lichtenauer Stadtteil Retterode wird es in der kommenden Legislaturperiode keinen Ortsbeirat mehr geben.

Beide Orte hatten als einzige keine gültigen Wahlvorschläge für die Kommunalwahl am 6. März abgegeben, wie die zuständigen Wahlleiter nach der Sitzung des Wahlausschusses auf HNA-Anfrage mitteilen.

Damit wird der zweitgrößte Stadtteil von Witzenhausen mit seinen über 1000 Einwohnern erstmals ohne gewählte Interessenvertretung dastehen, gleichzeitig endet die Ära des Ortsvorstehers Viktor Lapuchin nach 42 Jahren denkbar unschön. Der Ermschwerder Wahlvorschlag benannte nur sechs Kandidaten. Weil der Ortsbeirat aber sieben Sitze hat, ist der Vorschlag ungültig, bestätigt Bürgermeisterin Angela Fischer. „Das war uns nicht klar“, sagt Lapuchin. In der aktuellen Legislaturperiode sei ein Mitglied des Ortsbeirates ausgeschieden, man habe zu sechst weitergearbeitet. „Daher dachten wir, das geht auch weiterhin“, so Lapuchin. Laut Angela Fischer hat es so einen Fall in Witzenhausen noch nicht gegeben. Vor der Kommunalwahl im Jahr 2021 werde die Stadt diese Regel auf jeden Fall deutlicher kommunizieren.

Anders liegt der Fall in Retterode. Für den Ortsbeirat des Lichtenauer Stadtteils mit über 400 Einwohnern wurden zwar genügend Kandidaten aufgestellt, allerdings seien die Wahlvoraussetzungen nicht erfüllt worden, sagt Jens Hellmer vom Wahlamt der Stadt Hessisch Lichtenau.

2014 hatten die Stadtverordneten beschlossen, den Ortsbeirat in diesem Jahr von sieben auf fünf Mitglieder zu verkleinern. „Wir hatten auch fünf Personen zusammen“, so Ortsvorsteher Patrik Schäfer. Wer kandidieren will, muss allerdings schon sechs Monate in Retterode gemeldet sein. Das sei bei einem Kandidaten leider nicht der Fall gewesen. „Das ist wirklich sehr ärgerlich“, betont Schäfer.

Hintergrund:Lage in anderen Kommunen

• Bad Sooden-Allendorf: Für das Stadtparlament kandidieren CDU, SPD, Grüne, FDP und FWG. In allen neun Stadtteilen liegen Gemeinschaftskandidatenlisten für die Ortsbeiratswahl vor. Beanstandunen gab es nicht. Der Wahlausschuss hat alle Vorschläge zugelassen.

• Neu-Eichenberg: Für die Gemeindevertretung bewerben sich CDU, SPD und Grüne. Ortsbeiräte gibt es in den Ortsteilen nicht.

• Großalmerode: Für das Parlament kandidieren SPD, CDU und die Wählergemeinschaft. In allen sechs Stadtteilen wurden gültige Wahlvorschläge für die Ortsbeiratswahl abgegeben. Die SPD tritt überall an, die CDU und die WG nur in einigen Stadtteilen.

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