Nisthilfe in 13 Metern Höhe

Ermschwerder Arbeitsgruppe und Geo-Naturpark stellen Nest für Störche an Werra auf

Zwei Männer legen den Nistkorb mit passenden Materialien aus
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Ein Nest für Störche: Mathias Amend (links) und Dieter Klaus legen den neuen Horst mit Stroh und Pferdemist aus.

Nachdem Störche 20 Jahre lang einen Bogen um den Werra-Meißner-Kreis gemacht hatten, brütete im vergangenen Jahr erstmals wieder ein Paar in der Region – genauer gesagt bei Schwebda in der Gemeinde Meinhard. Jetzt hat eine Arbeitsgruppe aus Ermschwerd in Zusammenarbeit mit dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land alle Vorkehrungen getroffen, damit sich in diesem Jahr auch ein Storchenpaar im Naturschutzgebiet Freudenthal niederlässt.

Ermschwerd/Freudenthal – Bereits vor zwei Jahren hatte der Geo-Naturpark mit finanzieller Unterstützung der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel mitten im Naturschutzgebiet und direkt am Werraufer einen 13 Meter hohen Holzpfahl aufgestellt, auf dessen Spitze ein eher provisorisches Weidengeflecht angebracht war. „Ein Storch wurde dort im vergangenen Jahr bereits gesichtet, aber scheinbar hat ihm der angedeutete Korb nicht so zugesagt und er ist weitergezogen“, berichtet Marco Lenarduzzi, Geschäftsführer des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land.

Nachdem das Geflecht im Laufe der Zeit immer mehr auseinandergefallen war, ergriffen der Ortsrat und der Sportverein aus Ermschwerd die Initiative. „Seitdem der Storchenhorst, der von Ermschwerd aus bestens beobachtet werden kann, am gegenüberliegenden Werraufer aufgestellt wurde, war die Begeisterung im Dorf riesengroß“, sagt Mathias Amend, zweiter Vorsitzender des SV 1964 Ermschwerd. Man habe „deutlich gemerkt“, dass die Menschen nur allzu gerne den Storch vor Ort haben wollen. „Wir haben dann eine Arbeitsgruppe gegründet und uns um einen neuen Korb für den Storchenhorst gekümmert“, erzählt Amend. Im Internet sei er auf einen Korbflechter aus dem Maintal gestoßen, der von der Idee sofort begeistert gewesen sei. „Während andere Korbflechter lange Wartezeiten angekündigt hatten, ging es bei diesem dann sehr schnell“, so Amend.

Luftige Höhe: Mit einem Steiger wurde der neue Weidenkorb auf den 13 Meter Hohen Pfahl gehievt.

Am Montagnachmittag trafen sich dann die aus rund 15 freiwilligen Helfern bestehende Arbeitsgruppe, um den Storchenhorst mit dem neuen Weidenkorb aufzuhübschen. Mit einem eigens dafür gemieteten Steiger wurde zunächst das alte Geflecht entfernt. Dann wurde der neue Korb, der einen Durchmesser von 1,50 Meter hat, mit Stroh und Pferdemist ausgelegt. Außerdem wurden auf der Einlage mit ökologischer Farbe weiße Kleckse verteilt. „Das soll dem Storch vorgaukeln, dass der Horst schon mal benutzt wurde und ihn so noch attraktiver machen“, sagt Marco Lenarduzzi. Schließlich wurde der neue Horst dann mit dem Steiger auf den Pfahl gesetzt und dort mit Draht festgemacht.

„Der Korb soll zunächst einmal nur als Optik dienen und wird im Falle der Nutzung durch einen Storch von diesem dann noch deutlich vergrößert“, sagt Lenarduzzi. Weil die Lage des Horstes unmittelbar an der Werra „geradezu perfekt“ sei und die Grünfläche drumherum künftig weiträumig für Menschen abgesperrt werde, sei er guter Dinge, dass sich in diesem Jahr ein Storchenpaar dort niederlässt. „Ich bin dankbar und überglücklich, dass sich Mathias Amend und seine Arbeitsgruppe so für dieses Projekt engagiert haben“, so Lenarduzzi. Sein Dank gehe aber auch an die Obere Naturschutzbehörde, die die finanziellen Mittel von rund 250 Euro zur Verfügung gestellt hat. (Per Schröter)

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