Besucher machten Urwaldgeräusche

Für Esoteriker: Klangzauber-Konzert hinterlässt beim Publikum Irritationen

Für eine bessere Welt: Christopher Amrhein und Angela Bittel beim Klangkörper-Konzert im Capitol-Kino. Foto: Cortis

Witzenhausen. Wenn ein ganzer Saal oder zumindest ein großer Teil davon sich auf Kommando dazu hinreißen lässt, fast andachtsvoll mit der ausströmenden Atemluft Urwaldgeräusche von sich zu geben, dann erinnert das an die TV-Unterhaltungsshow „Verstehen Sie Spaß?"

So geschehen am Dienstagabend im Capitol-Kino in Witzenhausen.

Auf Einladung des Arbeitskreises „Eine Welt“ lieferten der frühere Musikprofessor Christopher Amrhein (50) und seine Partnerin Angela Bittel (27) vokal und instrumental ein dreistündiges Konzert unter dem Titel „Klangzauber“ ab. Esoteriker mögen sich verzaubert gefühlt haben. Allerdings hinterließ der Auftritt des Duos aus Berchtesgaden auch spürbare Irritationen.

Dabei hatten es die beiden durch fernöstliche Weisheiten inspirierten Künstler gut gemeint. Weil „Neugierde“ ein hässliches Wort sei, wie die zweite Silbe es verrät, wollten sie mit „Neufreude“ das Publikum quasi zur Erleuchtung führen, indem sie sich aus Klangschalen, anderen exotischen Instrumenten oder durch die eigene Stimme „nur um Schwingungen kümmern, die für und nicht gegen das Leben sind“. Aha!

In bester Guru-Manier dozierte Amrhein über den Sinn des Daseins. Fremdprogrammiert seien wir von Kindesbeinen an. Deswegen müssten wir hinein horchen in unseren Körper. „Will ich so sein wie ich bin?“ sei die Frage. Nur die nützlichen Schwingungen öffneten uns die Tür zu einer neuen Welt: Frieden, Freiheit, Liebe. Diese Gebrauchsanweisung bitte an die Politik. (zcc)

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