Brunnenfest-Gottesdienst findet im Freien statt

Pfarrer rügt kommunalpolitischen Streit in Bad Sooden-Allendorf

René Ringleb (von links), Marianne Wachsmuth, Leonard Meister, Louis-Levin Brill, Uwe Friederich und Pfarrer Dr. Daniel Bormuth bei der Übergabe von Salz und Sole.
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Feierliche Übergabe von Sole und Salz: René Ringleb (von links), Marianne Wachsmuth, Leonard Meister, Louis-Levin Brill, Uwe Friederich und Pfarrer Dr. Daniel Bormuth.

Den anhaltenden kommunalpolitischen Streit in der Kurstadt hat Soodens Pfarrer Dr. Daniel Bormuth mit deutlichen Worten gerügt. In seiner mit viel Beifall aufgenommenen Salzpredigt anlässlich des zum zweiten Mal coronabedingt ausgefallenen Brunnenfestes sprach der Geistliche am Pfingstmontag-Vormittag von einem „Rausch des Dauerwahlkampfes“.

Bad Sooden-Allendorf – Zugleich beschwor er den Geist Gottes, der bewirke, „was wir aus eigener Kraft nicht schaffen“. Streitigkeiten, Spaltung, Postengerangel und Demonstrationen beherrschten in jüngster Zeit die Schlagzeilen aus Bad Sooden-Allendorf, beklagte Bormuth. Mit mahnenden Worten griff er das Bibelwort auf „Eure Rede sei allzeit friedlich und mit Salz gewürzt.“ Dies bedeute, offen und ehrlich seine Meinung zu sagen, aber auch, sich selbst zu hinterfragen.

Zu einer freundlichen Rede gehöre, dem anderen geduldig zuzuhören, ihm respektvoll zu begegnen und grundsätzlich lernbereit zu sein, weil ja auch der Gegenüber Recht haben könne. Ansonsten erübrige sich jede Kommunikation.

Die Verrohung des Menschen beginne mit der Verrohung der Sprache und führe letztlich zur Zerstörung des Menschen. „Die Zunge ist ein unruhiges Übel voll tödlichen Gifts“, empfahl der Pfarrer, „sich impfen zu lassen durch Gottes heiligen Geist“.

In Anwesenheit von Bürgermeister Frank Hix hatten Allendorfs Pfarrer Thomas Schanze und Hubertus Spill sowie Christoph Brunhorn, tags zuvor als Vikar an St. Marien verabschiedet, den liturgischen Teil des Gottesdienstes übernommen.

In dem vor dem Kultur- und Kongresszentrum gefeierten Festgottesdienst sah René Ringleb als Vorsitzender des Brunnenfestausschusses ein Zeichen für den ungebrochenen Willen, trotz widriger Umstände an der Tradition dieses ältesten Volksfestes in Bad Sooden-Allendorf festzuhalten. Sole und Salz seien nicht nur Heilquelle, sondern auch wirtschaftliche Grundlage der Badestadt. Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Kräfte rund ums Brunnenfest nahm Uwe Friederich als Vorsitzender des Vereins für Heimatkunde ein Präsent von Ringleb entgegen.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor an St. Crucis, aus dessen Mitte der frühere langjährige Organist Walter Brill das brandneue E-Piano der Marienkirche spielte.

Vor Beginn des Gottesdienstes hatten unter freiem Himmel Marianne Wachsmuth und Uwe Friederich feierlich an die 13-jährigen Salzknechte Leonard Meister und Louis-Levin Brill Salz und Sole übergeben zur späteren Segnung durch Pfarrer Bormuth. (zcc)

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