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9-Euro-Ticket ist beliebt

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9-Euro-Ticket: Hat es eine Zukunft und was man daraus lernen kann.
9-Euro-Ticket: Hat es eine Zukunft und was man daraus lernen kann. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Das 9-Euro-Ticket wird im Werra-Meißner-Kreis gut angenommen. Seit Juni wurden laut Pressesprecherin Sabine Herms vom Nordhessischen Verkehrsbund (NVV) im gesamten Gebiet mehr als 211 000 Tickets verkauft

Werra-Meißner – Laut Schätzung des NVV ist die Auslastung im Busbereich um 20 bis 30 Prozent gestiegen. Im Zugverkehr sind die Fahrgastzahlen um etwa 30 bis 50 Prozent gewachsen. Die Fahrgastzahlen erreichten somit wieder das Vor-Corona-Niveau. Zu den besonders stark nachgefragten Linien gehören die Zuglinien RB83 (Göttingen-Kassel), RE2 (Erfurt-Kassel) und RE9 (Halle-Kassel) sowie die Buslinien 210 (Helsa-Witzenhausen) und 200 (Hessisch Lichtenau-Eschwege). „Man sieht große Familien, viele junge Leute, ältere Menschen, die nun Besuchsreisen unternehmen können, die normalerweise viel zu teuer wären“, sagt Ulrich Seng vom Fahrgastverband der Pro Bahn Nordhessen.

Ulrich Seng Sprecher Pro Bahn Nordhessen
Ulrich Seng Sprecher Pro Bahn Nordhessen © Privat

Nachteile entstehen für regulär Reisende: Berufspendler finden oft überfüllte Züge vor und vermissen den gewohnten Reisekomfort. Die Zugverbindung Kassel-Göttingen ist davon besonders stark betroffen. Laut Ulrich Seng erkennt man das ehrliche Bemühen der Verkehrsunternehmen, ausreichend sei dies nicht. Es gäbe schlichtweg zu wenig Fahrzeuge und zu wenig Personal, sagte er. „Der NVV verstärkt die Kapazitäten auf Zugstrecken, wann und wo es geht“, erklärt Sabine Herms. Auf einzelnen Linien gebe es aktuell krankheitsbedingte Personalausfälle und Baustellen, die die Situation erschweren. Die Rückmeldung von den Passagieren ist beim Fahrgastverband Pro Bahn Nordhessen weithin positiv, auch wenn Züge überfüllt sind.

Große Sorgen macht sich Ulrich Seng im Blick auf die steigenden Betriebskosten: Er warnt vor möglichen Streichungen von Verbindungen oder steigenden Fahrpreisen, die die Aufbruchstimmung des Öffentlichen Nahverkehrs stören könnten. Der NVV geht laut Sabine Herms derzeit von keinen Auswirkungen auf das Angebot aus. Der Verkehrsverbund setzte sich bei Bund und Land dafür ein, die Finanzmittel in den nächsten Jahren zu erhöhen. (Hendric Woltmann)

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Fortsetzung des deutschlandweiten Tickets?

Sämtliche Fahrgeldmindereinnahmen des 9-Euro-Tickets werden durch Bundesmittel in Höhe von 2,5 Milliarden Euro ausgeglichen. Laut Ulrich Seng müssten unter dem Gesichtspunkt „Daseinsvorsorge“ neue Finanzquellen für den Öffentlichen Verkehr erschlossen werden. „Nur wenn der Einnahmeausfall bei gewünschten günstigen Tickets kompensiert wird, ist eine Umsetzung von Nachfolge-Modellen für das Ticket überhaupt denkbar“, sagt Sabine Herms vom NVV. zwo

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