Besser defensiv fahren

Fahren im Alter: Seniorenrat Witzenhausen bot Sicherheitstraining an

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Sehtest: Birgit Ackermann nimmt im Rahmen des Fahrsicherheitstrainings bei Hartmut Denecke einen Sehtest vor. Mindestens 70 Prozent Sehstärke sollten noch vorhanden sein, um ohne Brille Auto zu fahren.

Witzenhausen. Mobilität im Alter ist wichtig. Damit man bis ins hohe Alter sicher mit dem Auto unterwegs ist, hat der Witzenhäuser Seniorenrat ein Fahrsicherheitstraining angeboten.

Das Training fand in Zusammenarbeit mit „Stefans Fahrschule“ in Witzenhausen statt.

Vorrang und Vorfahrt: Fahrschulleiter Stefan Schnücker erläutert den Teilnehmern die Vorrang- und Vorfahrtsregeln anhand eines Beispiels.

14 Teilnehmer, die lange nicht gefahren sind, sich beim Fahren unsicher fühlen oder einfach nur auf dem neuesten Stand sein wollten, frischten am Samstag ihre Fahrschulkenntnisse auf und ließen sich über aktuelle Änderungen der Gesetzeslage informieren. Auch ein Hör- und Sehtest sowie das praktische Führen eines Fahrzeugs gehörte dazu.

Da der Verkehr heute anspruchsvoller als früher ist, gaben Stefan Schnücker und seine Fahrlehrer beim Fahren den Senioren wichtige Tipps zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr und machten Vorschläge, wie jeder selbst für mehr Sicherheit beim Autofahren sorgen kann

Defensive Fahrweise wird geraten

„Im Laufe der Zeit haben sich doch einige Sachen eingeschlichen, die für ein sicheres Fahren nicht förderlich sind“, möchte Schnücker den Senioren helfen. Da Konzentration, Reaktionsfähigkeit, Wahrnehmung beweglicher Gegenstände und Richtungshören altersbedingt nachlassen, rät er den Senioren zu einer defensiven Fahrweise.

Hörscreening: Susanne Bersenkowitsch setzt Herbert Leimeroth die Kopfhörer für ein Hörscreening auf, bei dem die abweichende Hörkurve zu einem Norm-Ohr festgestellt werden kann.

Als Sicherheitsabstand sollte die Hälfte der Geschwindigkeit in Metern eingehalten werden. Ebenso wurden häufige Unfallursachen sowie Vorfahrtsregeln besprochen und auf die Unterschiede zwischen dem grünen Ampelpfeil und das Grünpfeilschild an einer Ampel eingegangen. Das Verhalten in einer Einbahnstraße bei erlaubten Radgegenverkehr sowie bei einem haltenden Bus und das richtige Blinken bei der Ein- und Ausfahrt in einen Kreisel wurden besprochen.

Weiter informierte er die Teilnehmer über den Bestandsschutz der Führerscheine und die neuen Führerscheinklassen: „Die alten Führerscheine (graue Lappen oder rote EU-Führerscheine) müssen je nach Geburts- und Ausstellungsjahr bis spätestens 2033 in die neuen Scheckkartenführerscheine umgetauscht werden, die nur noch jeweils 15 Jahre gültig sind.“ Danach müssen die Führerscheine mit neuem Passfoto immer wieder erneuert werden; eine Prüfung oder ein Test ist nicht erforderlich.

Führerscheinverlust auch bei unsicherer Fahrweise

Schnücker klärte die Senioren auf, dass ein Führerscheinverlust nicht nur bei Alkohol und Drogenfahrten drohe, sondern auch bei einem Bagatellunfall oder unsicherer Fahrweise in Betracht kommen könnte, wenn dies durch die Polizei festgestellt würde.

Zum Schluss erklärte der Fahrschulbetreiber den Senioren noch verschiedene Assistenzsysteme wie Rückfahrkameras, Notbremsfunktion, automatische Distanzregelung und Spurhalteassistenten, die für mehr Fahrsicherheit sorgen und beim Neukauf eines Fahrzeugs in Betracht gezogen werden sollten.

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