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Falsche Adresse: Polizei nimmt Unschuldigen nahe Witzenhausen fest

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Von: Konstantin Mennecke

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Symbolfoto Handschellen für Festnahmen durch die Polizei
Nach einem versuchten Automatenaufbruch hat die Polizei am Sonntag einen 36-jährigen Korbacher festgenommen. © Symbolfoto: WLZ

Wegen einer falsch mitgeteilten Adresse ist bei einem Polizei-Einsatz aufgrund häuslicher Gewalt in Hundelshausen die falsche Person festgenommen worden.

Hundelshausen – Eine über Notruf falsch mitgeteilte Hausnummer hat Anfang der Woche zu einem Polizeieinsatz in Witzenhausen-Hundelshausen geführt, den Elke Gier und ihr Mann so schnell nicht vergessen werden. Als es gegen 8 Uhr an der Haustür an der Kasseler Straße klingelt, stehen Polizisten mit gezogener Waffe vor ihrer Tür, wie sie im Gespräch mit der HNA berichtet. Elke Gier selbst wird rausgebeten, ihr Mann mit Handschellen vorübergehend festgenommen. Ins Haus zurückkehren, um sich eine Jacke oder Ähnliches zu holen, durfte sie nach eigenen Angaben nicht mehr.

Wie die Polizei mitteilt, war eine Streife im Einsatz, um einer häuslichen Gewalt nachzugehen, bei der eine Frau mit einem Messer angegriffen worden sein soll. Diesen über Notruf gemeldeten Sachverhalt nahm die Polizei entsprechend ernst. „Aufgrund dieser Informationen und auch der akuten Gefahrensituation wurde das Wohnhaus aufgesucht und selbstverständlich – insbesondere wenn von Waffen die Rede ist – auch mit gezogenen Waffen vorgegangen“, teilt Polizeisprecher Jörg Künstler auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Dies ist in derartigen Situationen allein schon den Gründen der Eigensicherung geschuldet.“

Polizei-Einsatz nahe Witzenhausen: Beamte suchen falsches Haus auf

Dass es dabei zum Polizeieinsatz im falschen Haus gekommen ist, sei auf den Notruf zurückzuführen. „Laut nachweislicher Gesprächsaufzeichnung wurde in diesem Zusammenhang die Kasseler Straße 22 als Tatort mitgeteilt“, so Künstler. Durch Giers Ehemann wurde die Haustür nach Eintreffen der Polizei geöffnet. Dieser habe den Sachverhalt – im Nachhinein für die Polizei verständlich – nicht ernst genommen und wurde deshalb bis zur Klärung des Sachverhalts vorübergehend festgenommen.

„Ich habe den Polizisten versucht, deutlich zu machen, dass ich weder die besagte Frau bin, noch dass die genannte Adresse stimmt“, sagt Elke Gier. Das gelang ihr zunächst nicht.

Nach Rückruf der Polizei bei der Anruferin konnte der Fehler erkannt und der Polizeieinsatz abgebrochen werden. An der korrekten Anschrift stellte sich heraus, dass es dort zu Streitigkeiten zwischen einem 41-Jährigen und seiner 36-jährigen Lebensgefährtin kam, heißt es im Polizeibericht weiter. Dieser soll die 36-Jährige geschlagen und gewürgt haben.

Witzenhausen: Polizei bittet nach Festnahme der falschen Person um Verständnis

Da es auch Vorwürfe gab, dass der 41-Jährige ebenfalls geschlagen wurde, wird nun wegen wechselseitiger Körperverletzung ermittelt, so die Polizei. Ein Messer wurde bei der Auseinandersetzung nicht verwendet.

Die Polizei bittet um Verständnis für das Vorgehen. „Gerade bei Vorfällen von häuslicher Gewalt, wo es in der Regel zu körperlichen Auseinandersetzungen mit teilweise nicht unerheblichen Verletzungen kommt, ist ein schnelles polizeiliches Handeln erforderlich. Da in diesem Deliktsbereich den eingesetzten Beamten oftmals ein hohes Aggressionsverhalten entgegenschlägt, ist auch ein professionelles Handeln erforderlich, dazu gehört auch das Vorgehen mit gezogener Waffe“, betont Künstler.

Der Vorfall in Hundelshausen sei hingegen kein Regelfall, eine derartige Falschinformation entsprechend selten. (Konstantin Mennecke)

Im Kreis Kassel kommt es nach einem fingierten Notruf zu einem großen Polizeieinsatz. Die Beamten bereiten sich auf eine Massenschlägerei vor - die fand jedoch nie statt.

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