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Opfer auch aus Witzenhausen: Falscher Polizist geschnappt

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Von: Nicole Demmer

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Betrug am Telefon: Unbekannte geben sich am Telefon als Polizisten aus, um so an Geld oder andere Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen.
Betrug am Telefon: Unbekannte geben sich am Telefon als Polizisten aus, um so an Geld oder andere Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Kriminalpolizei hat einen Mann in Haft genommen, der Senioren als „falscher Polizist“ um ihr Geld gebracht haben soll.

Nordhessen – Wegen des Verdachts, mit der Masche des „falschen Polizeibeamten“ Senioren um Geld gebracht zu haben, wurde ein 24 Jahre alter Mann festgenommen. Eine der ihm vorgeworfenen Taten ereignete sich in Witzenhausen.

In einer Presseerklärung des Polizeipräsidiums Nordhessen und der Staatsanwaltschaft Kassel heißt es, dass Mitte Oktober Beamte der Kasseler Kriminalpolizei die Wohnung des Mannes in Vellmar (Landkreis Kassel) durchsuchten. Ein entsprechender Beschluss nebst Haftbefehl wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs war durch die Staatsanwaltschaft Dresden gegen ihn erwirkt worden.

„Bei der Durchsuchung stellten die Kriminalbeamten neben Bargeldbeträgen in vierstelliger Höhe auch Kommunikationsmittel des 24-Jährigen sicher“, heißt es in der Mitteilung. Die Auswertung habe Verdachtsmomente wegen auch in Nordhessen verübten Straftaten durch „falsche Polizeibeamte“ ergeben. Der Mann wird nun verdächtigt, als Mitglied einer Bande an vier Betrugsfällen in diesem Jahr in Witzenhausen, Frankenberg/Eder, Spangenberg und Bad Emstal beteiligt gewesen zu sein, bei denen mehr als 100 000 Euro ergaunert wurden.

Da gegen den Mann bereits ein Haftbefehl aus Dresden vorlag, wurde er nach seiner Festnahme im Oktober dem Haftrichter vorgeführt und sitzt derzeit in Haft. Die Ermittlungen – auch zu weiteren Fällen und Komplizen – dauern an.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichten, ereigneten sich die Betrugsfälle in Witzenhausen am 16. Mai, am 22. Juli in Frankenberg, in Spangenberg-Elbersdorf am 27. September und am 17. Oktober in Bad Emstal-Sand. Dabei waren die Täter immer nach dem gleichen Schema vorgegangen. Sie hatten bei teils hochbetagten Senioren angerufen und sich als Polizeibeamte ausgegeben. Sie berichteten den Opfern über Einbrüche in der Nachbarschaft oder eine festgenommene Einbrecherbande, bei der die Adresse des Angerufenen auf einer Liste stehen würde.

Die Täter verängstigten die Angerufenen und gaben vor, ihre Wertsachen seien nicht mehr sicher. Daher sollten Geld und Schmuck der Polizei übergeben werden. In gutem Glauben händigten die eingeschüchterten Opfer die Wertsachen an Abholer, die von den Betrügern geschickt wurden, aus.

Nach bisherigen Erkenntnissen steht der 24-Jährige unter Verdacht, solch ein Geldabholer gewesen zu sein. (nde)

Witzenhäuserin übergab 6000 Euro

6000 Euro hatte eine 82 Jahre alte Witzenhäuserin am 16. Mai an Betrüger übergeben. Wie die Polizei berichtete, wurde sie von „falschen Polizisten“ angerufen, dass in ihrer Wohngegend zwei Einbrecher festgenommen worden waren und zwei Komplizen noch auf freiem Fuß seien. Die Gauner sagten der Seniorin, sie könne das nächste Opfer werden, woraufhin sie Geld vom Konto abhob und übergab. Die Frau informierte ihre Tochter, die die Polizei einschaltete. (hko/nde) 

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