Abschlussprojekt für Uni

Witzenhäuser Studentin baut fast vergessene Pflanzen für die Küche an

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Blüht hübsch, schmeckt scharf: Die Kapuzinerkresse ist eine der Pflanzen, die Bernadette Kiesel für ihr Abschlussprojekt an der Uni anpflanzte. Für Kochschüler wird der Garten zum Klassenraum.

Witzenhausen. Anbauen für die Köche: Für ihr Abschlussprojekt an der Uni konzipierte Studentin Bernadette Kiesel ein Gartenkonzept mit herkömmlichen und seltenen Nutzpflanzen. Für junge Köche aus Witzenhausen wurde der Garten jetzt zum Klassenzimmer.

Sie sollen eine feineres Gespür für Nahrungsmittel bekommen. Rot, gelb und orange blüht die Kapuzinerkresse im herbstlichen Lehrgarten der Universität in Witzenhausen. Bernadette Kiesel (25) pflanzte sie hier an und weiß: Die Blüte ist nicht nur hübsch, sondern schmeckt auch scharf. Die Studentin beißt ab und sagt: „Kaum einer weiß das. Die Schärfe kommt aus den Senf-Ölen in der Blüte."

Die 25-jährige Allgäuerin ist Fachfrau für solche Nutzpflanzen: Sie studiert Ökologische Landwirtschaft in Witzenhausen und baute für ihre Abschlussarbeit herkömmliche und fast vergessene Speisepflanzen an. Das Gartenprojekt neben dem Tropengewächshaus kommt jetzt jungen Köchen zugute: Die Beruflichen Schulen des Werra-Meißner-Kreises in Witzenhausen nutzten das Projekt zuletzt für die praktische Ausbildung ihrer Koch-Berufsschüler.

Gartenkonzept

In der Oktobersonne dreht die Studentin ihre Runden zwischen den Beeten des Lehr- und Lerngartens. „In meinem Gartenkonzept geht es um Getreide, Kräuter, Gemüse und Blütenpflanzen“, sagt sie. „Die Schüler bekommen beim Riechen, Schmecken und Kennenlernen neuer Pflanzen ein feineres Gespür für die Eigenschaften der Nahrungsmittel.“ So vergrößern die Jungköche ihr Repertoire.

Wer also wissen will, welche Kräuter in eine traditionelle Grüne Soße kommen, wird hier fündig - Salbei zum Beispiel. Auf ihren Führungen durch den Garten besprach die Bachelor-Absolventin mit den Schülern auch aktuelle Ernährungstrends, gab Tipps für vegetarische und vegane Gerichte.

„Da ist das Wissen über die Pflanzeneigenschaften besonders wichtig, um gesund zu kochen“, sagt Kiesel. „Bohnen dienen etwa als wichtige Energiequelle, wenn ohne Fleisch gekocht wird.“

Ihr Abschlussprojekt wurde im Fachbereich mit „sehr gut“ bewertet, mittlerweile studiert die 25-Jährige im Masterstudiengang Ökologische Landwirtschaft. Im kommenden Frühjahr soll ihr Gartenkonzept für die Berufsschüler wiederbelebt werden.

Von Jan Schumann

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