Angebote im Werra-Meißner-Kreis

Weihnachten in Corona-Pandemie: Feiern nur mit viel Abstand

Kirchen in Dohrenbach vor Weihnachten 2020.
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Hier wird es Weihnachten keinen Gottesdienst geben: Dafür ist die Kirche in Dohrenbach in Corona-Zeiten zu klein. Aber sie ist für eine stille Einkehr geöffnet.

Die Infektionszahlen steigen, das Land ist im Lockdown. Viele Menschen im Werra-Meißner-Kreis sind zwiegespalten: Sollten Kirchen trotzdem Weihnachtsangebote vor Ort machen?

Werra-Meißner – „Ja“, sagen Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche. Natürlich nur mit Hygienekonzept, viel Abstand, Maske, Verzicht auf Gemeindegesang, mit Anmeldung und wenn möglich im Freien, sagt auch Pastor Frank Wachsmuth von der Landeskirchlichen Gemeinschaft, die ihren Weihnachtsgottesdienst auf dem 1000 Quadratmeter großen Parkplatz am Rathaus in Hessisch Lichtenau feiert. Digitale Angebote hätten ihre Berechtigung, ersetzten aber das Gemeinschaftserlebnis nicht – auch wenn die persönliche Begegnung auf Abstand stattfinden muss. Und das findet Wachsmuth gerade an Weihnachten wichtig.

Das sieht auch Dekanin Ulrike Laakmann so: Im evangelischen Kirchenkreis Werra-Meißner habe man vor allem Menschen ohne nahe Angehörige im Blick und solche, die einen Gottesdienst nicht online feiern wollen. „Mit einem analogen Gottesdienst kann man sehr einsame Tage anders strukturieren“, sagt Laakmann. Daher gibt es Gottesdienste mit Sitzplatzreservierung, Feiern im Freien – und ungewöhnliche Formate wie die „kleinen Weihnachtszüge“ in Neuseesen und Günsterode, wo die Pfarrer die Weihnachtsbotschaft an mehreren Straßenecken verkünden. Jede Gemeinde müsse einen eigenen passenden, sicheren Weg finden. Das sei viel Arbeit für die Kirchenvorstände, betont Laakmann, sie ist aber von den Hygienekonzepten überzeugt: „Obwohl die Werte gestiegen sind, ist unser Landkreis Werra-Meißner nach wie vor die hessische Region mit den niedrigsten Inzidenzzahlen.“

„Jeder Infizierte ist einer zu viel“, pflichtet ihr Michael Sippel, Pfarradministrator im katholischen Pastoralverbund St. Gabriel Werra-Meißner bei. Aber angesichts der vergleichsweise niedrigen Zahlen hält er Angebote vor Ort für vertretbar, räumt aber ein: „Ich gehe mit einem etwas mulmigen Gefühl in die Gottesdienste.“ Gut sei aber, dass die Gemeinden seit dem Sommer die Sicherheitskonzepte verinnerlicht hätten.

Alle Glaubensgemeinschaften baten vorab um Anmeldung, um die Gottesdienste besser planen zu können und nicht an der Kirchentür Menschen wegen fehlender Plätze zurückweisen zu müssen, sagt Michael Sippel, Pfarradministrator im Pastoralverbund St. Gabriel Werra-Meißner: „Das wird gut angenommen, aber es sind nicht alle Plätze ausgebucht.“ Auch das Buchungsportal für die evangelischen Angebote in Witzenhausen wies bei Redaktionsschluss noch freie Plätze aus.

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