Feuchtes Kabel sorgt für Ärger

Für Vodafone-Kunden in Kleinalmerode funktionieren Telefon und Internet seit Herbst kaum

Warten seit September 2020 auf stabiles Internet und Telefon: Anna Kossack mit Paul und Milla (von links), Ute und Volker Stöneberg, Ursel Müller, Lukas und Frank Schieferstein sowie Günter Pfurr zeigen auf die wieder verschlossene Baugrube mit der fehlerhaften Kabelverbindung.
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Warten seit September 2020 auf stabiles Internet und Telefon: Anna Kossack mit Paul und Milla (von links), Ute und Volker Stöneberg, Ursel Müller, Lukas und Frank Schieferstein sowie Günter Pfurr zeigen auf die wieder verschlossene Baugrube mit der fehlerhaften Kabelverbindung.

Die Anlieger der Kasseler Straße im Witzenhäuser Stadtteil Kleinalmerode sind sauer: Seit September funktionieren ihre Internet- und Telefonverbindung nicht oder nur eingeschränkt.

Kleinalmerode – „Anstatt der im Vertrag versprochenen 250 Mbit pro Sekunde im Download gibt es maximal bis zu 50 Mbit/Sekunde, meistens aber nur zwischen 2 und 25 Mbit/Sekunde“, sagt Volker Stöneberg, einer der Betroffenen, die ihren Anschluss bei Vodafone (ehemals Unitymedia) gebucht haben. „Oft funktioniert das Internet aber auch gar nicht oder die Verbindung bricht mitten im Download zusammen.“ Mittlerweile hätten schon zig Monteure verschiedener Firmen immer wieder die Leitungen durchgemessen, aber letztendlich habe sich noch nichts getan.

Auch hat er viel Zeit an der Hotline verbracht, um die Situation immer wieder neu darzustellen. Auf einen Brief ans Beschwerdemanagement habe er keine Antwort bekommen. „Einfach nur nervig“, so Stöneberg. Am 10. Mai sei schließlich festgestellt worden, dass durch eine undichte Kabelmuffe Wasser auf einer Länge von sechs Metern in das Kabel eingedrungen sei. Arbeiter hätten dann die Baugrube der schadhaften Muffe ausgehoben. Einen Tag vor dem Pressetermin am 11. Juni wurde die Baugrube wieder verschlossen, allerdings ohne dass der Schaden repariert wurde. Seit September wurde die Baugrube bereits mehrmals geöffnet und wieder verschlossen, da jedes Mal Wasser in die Muffe und in die Steckverbindungen eingedrungen war. Der Schaden sei aber nie ganz behoben worden.

„Oft sind wir telefonisch nicht erreichbar – zuletzt am Sonntag und Montag“, sagt Ute Stöneberg. Zudem würden bei einigen Anwohnern die Handykosten steigen, weil gebuchtes Online-Volumen oder Gesprächsminuten nicht abgedeckt sind. „Als landwirtschaftlicher Betrieb sind wir ebenfalls stark vom Internet abhängig und müssen unsere Flächen online pflegen, Wetterdaten oder die neuesten Mitteilungen der Landesbetriebes Landwirtschaft abrufen“, sagt Nachbarin Anna Kossack. Auch Anliegerin Janet Schieferstein sollte eigentlich im Home-Office arbeiten, ist aber durch die ständigen Ausfälle gezwungen, täglich ihren Weg nach Kassel anzutreten. Ein örtlicher Malerbetrieb habe sogar eine außerordentliche Kündigung des Vertrages bei Vodafone eingereicht, so Stöneberg.  

Das sagt Vodafone

Im vergangenen Herbst sei auf einer Strecke von 3,5 Kilometern Wasser in die Telefonleitung gelaufen, bestätigt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf: „Immer wenn es regnet, läuft der Schacht voll Wasser.“ Die Ursache sei unklar, der Vorfall höchst ungewöhnlich. Vodafone habe mehrfach Messungen vornehmen lassen, zuletzt im Mai. Dabei seien man zu dem Schluss gekommen, dass das Kabel nicht zu retten sei, nachdem es einmal feucht gelaufen sei.

Jetzt müsste in dem Bereich Kasseler Straße eine komplett neue Leitung verlegt werden. Planung und Ausführung dafür sei sehr viel aufwendiger als eine Reparatur. Deshalb sei noch nicht absehbar, wann die Arbeiten beginnen. Wegen der Einrichtung der Baustelle seien auch noch Rücksprachen mit der Stadt erforderlich. Petendorf geht davon aus, dass der Schaden in diesem Jahr behoben wird. „Ich kann den Ärger der Kunden absolut nachvollziehen“, sagt Petendorf. „Gerade in Zeiten von Home-Office und Home-Schooling ist es mehr als ärgerlich, wenn Telefon und Internet nicht richtig funktionieren.“

Des Weiteren habe er das Beschwerdemanagement gebeten, sich bei den betroffenen Kleinalmerödern zu melden. Da die geschlossenen Verträge bis zur Neuverlegung der Leitung nicht eingehalten werden können, sollen individuelle Lösungen gefunden werden, um die finanzielle Belastung zu erleichtern.

Das hat offenbar Wirkung gezeigt: Am Montagnachmittag erreichte Volker Stöneberg eine E-Mail, dass Vodafone ihm wegen der Beeinträchtigungen seit September insgesamt 354 Euro gutschreiben will. (znb/fst)

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