Feuerwehr soll Flüchtlinge schulen

Witzenhausen. Wiederholt mussten Witzenhausens Brandschützer in den vergangenen Wochen zum Awo-Flüchtlingsheim ausrücken: Die Brandmeldeanlage hatte Alarm gegeben.

Fehlalarm, wie sich herausstellte, berichtet Stadtbrandinspektor Björn Wiebers und weiter: Seit Herbst 2016 sei dies der fünfte oder sechste Fehlalarm gewesen - Ein Umstand, der die Brandschützer belaste. Hinzu komme, dass die Bewohner laut Wiebers beim Alarm das Haus nicht verlassen und die Verständigung schwer sei. „Die Geduld der Einsatzkräfte wird auf die Probe gestellt“, so Wiebers.

In Neu-Eichenbergs Flüchtlingsheim gab es solcherart gelagerte Probleme bisher nicht, sagt Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne. Allerdings gebe es dort auch keine Brandmeldeanlage.

Anders sah es in der Vergangenheit zum Beispiel in Hessisch Lichtenau und Bad Sooden-Allendorf aus, so Christoph Schwarz, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Hier habe es auch Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen gegeben, deren Häufigkeit jedoch nach seinem subjektiven Eindruck abgenommen habe. Er sagt aber auch: „Wir müssen die Sprachbarrieren überwinden.“ Das sei nicht nur in den Heimen so, sondern betreffe auch mögliche Einsätze später in Wohnungen. Das richtige Verhalten im Brandfall müsse geübt werden, so Schwarz: „Jacke an, Kinder und die wichtigsten Sachen schnappen und raus vor die Tür.“ Für die Brandschützer wäre es „eine große Erleichterung“, wenn sie das Haus leer wüssten.

Sylvia Weinert, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Werra-Meißner-Kreis, erklärt dazu, dass Flüchtlinge ausgebildet werden sollen, die ihr Wissen über das richtige Verhalten im Brandfall als so genannte Multiplikatoren weiter geben. Außerdem sei mit der Feuerwehr geplant, im Frühjahr in Witzenhausen einen Einsatz mit simulierter Rettung einer Familie zu üben.

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