Brandschützer freigestellt

Feuerwehrmann wollte offenbar Gefahr für Wache in Witzenhausen nachweisen

Die Feuerwache am Eschenbornrasen in Witzenhausen wird gerade energetisch saniert.
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Die Feuerwache am Eschenbornrasen in Witzenhausen wird gerade energetisch saniert.

Unruhe in der Witzenhäuser Wehr: Ein Brandschützer, der auf Einbruchsmöglichkeiten in die Feuerwache am Eschenbornrasen hinweisen wollte, ist vom Dienst freigestellt.

Witzenhausen - Kernstadt-Wehrführer Claus Demandt stellte sein Amt als stellvertretender Stadtbrandinspektor zur Verfügung. Wie Bürgermeister Daniel Herz auf Anfrage sagt, sei dieser Schritt „mit den Entwicklungen in der Wehr begründet“ gewesen. Die Stadt habe aber den Rücktritt auf Anraten von Stadtbrandinspektor Björn Wiebers nicht angenommen. Somit bleibt Demandt als Ehrenbeamter im Amt. Er selbst war für Anfragen nicht zu erreichen. Wiebers äußert sich zu Details nicht öffentlich.

Der Auslöser der jüngsten Entwicklung hat sich laut Polizeisprecher Alexander Först bereits in den frühen Morgenstunden des 8. Mai ereignet: Demnach war der 26-jährige Feuerwehrmann über ein Baugerüst an der Feuerwache durch ein ungeschütztes Oberlicht ins Gebäude eingestiegen, offenbar um zu zeigen, dass der von der Stadt beauftragte Sicherheitsdienst das Gebäude nicht ausreichend schütze. Der Gruppenführer fürchtete wohl, dass Einbrecher etwa an Einsatzmittel und BOS-Funkgeräte gelangen könnten, wie sie auch von anderen Einsatzkräften genutzt werden.

Feuerwehrausschuss soll Situation klären

Das bestätigen unabhängig voneinander mehrere mit dem Thema vertraute Personen, die jedoch namentlich nicht in der Zeitung genannt werden wollen. Demnach hätten viele Feuerwehrleute den Eindruck, die Stadtbrandinspektoren hätten den Gruppenführer nicht ausreichend unterstützt. Laut einem anonymen Schreiben, das bei unserer Zeitung einging, drohen „massive Austritte aus der Feuerwehr“ und damit eine Gefährdung des Brandschutzes. Laut Herz ist es aber noch zu keinen Austritten gekommen.

Die Stadt meldete den Vorfall bei der Polizei, wie Herz bestätigt: „Es stand eine Straftat im Raum, das wollten wir rechtlich klären lassen.“ Der 26-Jährige wurde zudem von seinen Aufgaben entbunden, die Stadtbrandinspektoren mussten ihm Schlüssel und Funkmeldeempfänger abnehmen. Wie lange der Mann vom Dienst freigestellt wird, ist noch unklar. Jetzt wird sich der Feuerwehrausschuss – ein internes Gremium aus Führungskräften der Wehr und Vertretern der Einsatz-, Alters- und Jugendabteilung – mit der Sache befassen und über Konsequenzen beraten, sagt Herz. Dabei soll der Feuerwehrmann noch einmal angehört werden.

Keine strafrechtlichen Ermittlungen

In der Sache wird es keine strafrechtlichen Ermittlungen geben, sagt Polizeisprecher Alexander Först. Da der 26-Jährige einen Schlüssel für das Gebäude hatte, griffen Straftatbestände wie Einbruch und Hausfriedensbruch nicht. Die Stadt verzichte auf rechtliche Schritte. „Die genauen Umstände waren dort offenbar so nicht bekannt. Letztlich wird der Vorfall nur feuerwehrintern nochmal aufgearbeitet werden, da es offenbar zu gegenseitigen Missverständnissen kam“, so Först. (Friederike Steensen)

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