Capitol-Kino in Witzenhausen

Blick hinter die Kulissen: So funktioniert moderne Kino-Technik

Große Blockbuster auf kleiner Festplatte: Ralf Schuhmacher vom Capitol Kino Witzenhausen mit einem der Datenträger, auf der die Filme per Kurier geliefert werden. Foto: Mennecke

Witzenhausen. Im Capitol-Kino in Witzenhausen wird modernste Technik genutzt. Wir erklären wie es funktioniert.

Gemütliche Sessel, eine Tüte Popcorn und ein Getränk gehören für die meisten Kinoliebhaber zu einem entspannten Filmabend dazu. Was nicht mehr dazugehört: Ratternde Projektoren, gerissene Filme und Ton in Badezimmerqualität. Viele blinkende Lampen, kompakte Festplatten und ein Smartphone haben die analoge Technik verdrängt. Wie die funktioniert, hat Ralf Schuhmacher im Capitol Kino Witzenhausen erklärt.

200 Zuschauer finden im Capitol Platz. Bevor die allerdings in den Genuss aktueller Filme kommen, ist viel Arbeit notwendig. „Der Tag fängt im Büro an. Da wir bis zu 15 verschiedene Titel die Woche zeigen, ist Kino sehr verwaltungsintensiv“, erklärt Schuhmacher. Sind die Filme bestellt, Werbung gebucht und die Woche durchgeplant, kommt der Kurier und bringt die Filme. Die sind allerdings nicht mehr auf der Rolle, sondern auf Festplatten gespeichert, kaum größer als eine handelsübliche externe Festplatte.

„Die Filme sind im dcp-Format, einem Format für Kinos gespeichert. Einfach ausleihen oder zuhause anschauen kann man natürlich nicht. Sie lassen sich nur auf Kinoprojektoren abspielen und sind verschlüsselt“, so Schuhmacher. Der Schlüssel zum Abspielen kommt jeweils per Mail und ist nur für die Zeit der Vorstellungen gültig.

Wer denkt, zur Vorführung sind DVD-Player und Beamer notwendig, der irrt gewaltig. Seit einem Jahr sind im Capitol neue Projektoren der Firma Sony im Einsatz. Jeder der zwei Projektoren hat einen eigenen Server, der die hunderte Gigabyte an Daten verarbeitet und an Projektor und Soundanlage schickt.

Internes Netzwerk 

Das gesamte Capitol Kino ist über ein internes Netzwerk miteinander verbunden, sodass von sämtlichen Bildschirmen die Vorführung überwacht und gesteuert werden kann. „Mit einem Klick startet die Vorstellung, das Bildformat der Leinwand wird angepasst, das Licht gedimmt. Nur die Türen müssen wir selbst schließen“, erklärt der Kinobetreiber. Personal spare das nicht ein, allerdings bleibe so mehr Zeit für den Service am Kinobesucher. Zuverlässiger sei die neue Technik zudem auch.

„Früher ist der Film gerissen oder gar aufgebrannt, das digitale System ist seit Betrieb aber nicht einmal abgestürzt. Pannen gibt es immer mal, die sind dann aber menschlich verschuldet.“

Das kleine Capitol Kino muss sich vor großen Häusern, die unter anderem den „Hobbit“ in der neuesten „Higher Frame Rate“, also der doppelten Anzahl von Bildern pro Sekunde bewerben, nicht verstecken. „Das kann unser Projektor auch. Ebenso wie 3D-Aufführungen.“

Von Konstantin Mennecke

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