Kunden trauen Ware in Supermarkt nicht

Nach Fipronil-Skandal: Eier-Verkauf auf Wochenmarkt nimmt zu

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Klärt Kunden gerne über seine Hühner auf: Jonas Dorn bietet Eier von 350 Freilandhühnern auf dem Wochenmarkt in Witzenhausen an. Hier kauft Ulla Koch-Liebmann einen Karton.

Witzenhausen. Nach dem Fipronil-Skandal kommen bei Kunden vermehrt Fragen auf. Doch für eine Berufsgruppe ist das ein Vorteil. 

„Haben Sie auch Gift-Eier? Wie machen Sie ihre Ställe sauber?“ – Fragen, die Jonas Dorn in letzter Zeit öfter hört, wenn er hinter dem kleinen Verkaufstisch auf dem Marktplatz in Witzenhausen steht. „Es ist schon Thema bei den Kunden seit dem Fipronil-Skandal“, sagt Dorn. Aber es schade seinem Geschäft nicht, im Gegenteil. Es herrscht sogar an diesem verregneten Vormittag großer Andrang bei allen Verkaufsständen auf dem Markt.

„Der Eier-Verkauf hat angezogen, da die Verbraucher von Supermärkten teilweise abgeschreckt sind, auch seitdem Aldi Eier aus dem Sortiment genommen hat“, schildert Dorn seine Erfahrungen. Gut für regionale Bauern. „Bei kleinen Landwirten, die transparent sind und wo man weiß, wo die Eier herkommen, ist mehr Vertrauen da.“

Die Bauern und ihre Tiere kennen – ein Vorteil, den Aldi und Co. nicht bieten können, findet auch ein Einkäufer aus Witzenhausen: „Ich fahre schon seit Jahren immer mit dem Fahrrad an den Hühnern vorbei, von denen ich die Eier bekomme.“

Nach Fipronil: Heimische Eier sind jetzt gefragt

Der Eierverkäufer von Dorn & Schmidt in Witzenhausen begrüßt das wachsende Interesse an heimischen Produkten. „Es wäre schön, wenn die Kunden dabei bleiben würden, und nicht wieder zurück in den Supermarkt gehen.“

Dass der Skandal rund um die Gift-Eier schlecht für die Läden, aber gut fürs eigene Geschäft ist, bestätigt auch Eierverkäuferin Ann-Kathrin Wagner, die ihre Ware auf dem Markt in Bad Sooden-Allendorf anbietet. „Hier weiß man, woher die Eier kommen.“ In ihrem Fall von einem Bauernhof gleich aus dem Nachbarort Kammerbach. „Ist das wirklich aus Deutschland?“, höre sie trotzdem vermehrt von verunsicherten Kunden. 

Sie erkläre dann den Stempel, der auf jedem Ei steht und bis auf den Stall genau dessen Herkunftsort verrät. Wagner: „Wir erkundigen uns trotzdem auch beim Erzeuger selbst, wie die Hühner gehalten werden und wie es denen geht. Das wollen die Kunden wissen.“

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