BUND kritisiert Schwerverkehr

Neue Werrabrücke in Witzenhausen: Parlament lehnt Resolution der FWG ab

Werrabrücke, Witzenhausen, September 2017
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Um ihren Ersatz geht es: Die Werrabrücke in Witzenhausen. Sie ist marode und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Kritiker befürchten dann mehr Schwerverkehr in der Stadt.

Eine Resolution des Witzenhäuser Stadtparlaments an das Bundesverkehrsministerium mit dem Ziel, für die in Planung befindliche neue Brücke über die Werra Schwertransporter mit mehr als zwölf Tonnen Gewicht nicht zuzulassen, wird es nicht geben.

Die Stadtverordneten lehnten den Antrag der Freien Wähler in ihrer Sitzung am Dienstagabend in der Turnhalle an der Südbahnhofstraße mit großer Mehrheit ab. Zustimmung kam lediglich von der AfW und der Linken.

Eine Woche nach der ausgiebigen Debatte im Bauausschuss über den Entschließungsantrag wurden die bekannten Argumente erneut ausgetauscht – im Prinzip symptomatisch für die seit Jahren und Jahrzehnten währende Diskussion um die Verkehrssituation in Witzenhausen. Die Stadt habe so gut wie keinen Einfluss auf die Planungen, da es sich um eine Bundesstraße handele, hatte Bürgermeister Daniel Herz schon im Ausschuss gesagt.

Nun, sagte Grünen-Fraktionschefin Dr. Rita Weber-Wied, sei „Zeit für Ehrlichkeit“ und man müsse bezüglich der Wünsche, den Schwerlastverkehr aus der Kernstadt zu verbannen, eingestehen: „Das geht nicht!“. Weber-Wied, die sich selbst als Gegnerin des Lkw-Verkehrs in der Innenstadt bekannte: „Wir haben keinen Handlungsspielraum“ und sollten nicht so tun, als gebe es noch Möglichkeiten.

Ähnlich äußerte sich SPD-Sprecher Lukas Sittel, dessen Aussagen sich Andreas Gerstenberg für die CDU-Fraktion voll anschloss: Eine Begrenzung auf zwölf Tonnen könne man fordern, das „ist aber albern“, wenn eine Bundesstraße gebaut werde. Sonst würde den Witzenhäusern fälschlich suggeriert, dass es eine Chance zum Verbannen der Lastwagen aus der Stadt gebe.

„Wenn der Protest von allen getragen wird, muss der Bund einlenken“, hatte dagegen FWG-Stadtverordnete Beate Oetzel zu Beginn der Debatte betont. Sie zählte erneut die Belastungen durch Lärm, Feinstaub und Abgase sowie die Gefährdung der Fußgänger und Kinder durch den Schwerverkehr als „unnötige Belastung“ auf – die durch die neue Brücke und zudem die Ausweisung der B 451 als Bedarfsumleitung für die A 44 noch verstärkt werde. Zudem merkte Oetzel später noch an, es handele sich bei der Resolution doch „nur um eine Anfrage“ an das Bundesverkehrsministerium. Das stimmte die große Mehrheit im Parlament aber auch nicht um.

BUND übergibt 616 Unterschriften gegen Schwerlastverkehr

616 Unterschriften gegen Schwerlastverkehr in Witzenhausen und seinen Stadtteilen übergab Matthias Klipp (rechts) vom BUND Witzenhausen/Neu-Eichenberg vor Beginn der öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten an Bürgermeister Daniel Herz.

„Entsetzt“ äußert sich der BUND Witzenhausen/Neu-Eichenberg darüber, dass die Stadt jetzt ein Ingenieurbüro mit dem Planen zweier Kreisel am Rande der Innenstadt beauftragt hat. Damit würde der Ausbau der Bundesstraße 451 vorangetrieben, kritisiert der BUND-Ortsverband in einer Pressemitteilung und zählt als negative Folgen unter anderem „den Verlust des Schwanenteiches“ und die Verdreifachung des Lastwagen-Verkehrs mit seinen Begleiterscheinungen Gefahren für Fußgänger, Lärm und Abgase auf.

Forderung: Bahnstrecke ins Gelstertal reaktivieren

Als Alternative zum Straßenausbau schlägt der BUND den Ausbau der Gelstertalbahn zur Verlagerung der Güter auf die Schiene vor – und dazu die Reaktivierung des Gleisanschlusses im Gelstertal. Die Forderung ist auch Bestandteil einer Resolution, die BUND-Vertreter Matthias Klipp am Dienstagabend Bürgermeister Daniel Herz zusammen mit 616 Unterschriften „gegen Schwerlastverkehr in Witzenhausen und seinen Stadtteilen“ übergab. 

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