Sie wollen Zukunftsfahrplan entwickeln

Forum für zukunftsfähiges Witzenhausen hält mehr als 30 Projekte für umsetzbar

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Engagiert: In Kleingruppen wurde bei den Projektwerkstätten (wie hier am Donnerstag zum Themenfeld „Bildung“) intensiv an der möglichen Umsetzung von Ideen gearbeitet. 

Drei Wochen ist es her, dass das Zukunftsforum „Gemeinsam für ein zukunftsfähiges Witzenhausen“ weit über 200 Teilnehmer in die Hero-Halle lockte.

Dabei wurden zahllose Ideen gesammelt, wie das Leben und Wirtschaften in Witzenhausen künftig so nachhaltig wie möglich gestaltet werden kann (die HNA berichtete).

In den vergangenen Tagen nun fanden im Witzenhäuser „Stadtraum“ vier Projektwerkstätten statt, in denen diese Ideen konkretisiert wurden – ebenfalls unter Beteiligung aus der Bürgerschaft.

„An den Werkstätten beteiligten sich jeweils zwischen 15 und 25 Personen und damit sind wir mehr als zufrieden“, meinten die Organisatoren Kolja Braun und Christoph Schösser, die als Koordinatoren für die kommunale Entwicklungspolitik (Kepol) der Stadt das groß angelegte Projekt betreuen. 

Zusammen mit ihrem Kollegen Stefan Rötzel, der das Zukunftsforum moderiert hatte und der intensiv am Gesamtprojekt mitarbeitet, hatten Braun und Schösser nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung die zahllosen Ideen der Teilnehmer gesichtet und dann in den Werkstätten zusammen mit den Teilnehmern sowohl nach ihrem Nutzen für die Allgemeinheit als auch nach ihrer Machbarkeit bewertet.

„Übrig blieben rund 35 Projekte"

„Übrig blieben rund 35 Projekte, die sich auf die acht Handlungsfelder „Konsum und Lebensstile“, „Globale Verantwortung und Eine Welt“, „Gesundheit und Ernährung“, „Landwirtschaft und Naturschutz“, „Mobilität und Infrastruktur“, „Umwelt und Energie“, „Arbeit und Wirtschaft“ und „Bildung“ verteilen. Von diesen acht Handlungsfeldern wurden jeweils zwei in einer Projektwerkstatt bearbeitet.

Einführung: Stefan Rötzel (links) und Kolja Braun bei der Vorstellung der Projektideen zum Handlungsfeld „Bildung“.

„Ich bin hier, weil ich es cool finde, dass in Witzenhausen endlich mal etwas passiert und ich der Meinung bin, dass man dann auch bei so etwas mitmachen muss“, sagte am Donnerstag bei der abschließenden Projektwerkstatt ein Teilnehmer bei der Vorstellungsrunde. Ein anderer sei bereits bei der zweiten Werkstatt dabei, „weil das so vielfältige Themen sind und diese Vielfalt auch gewürdigt werden muss“. Weil es an diesem Tag sowohl um die Themen Arbeit und Wirtschaft als auch um die Bildung ging, waren unter den Anwesenden Einzelhändler und Schulvertreter, aber auch Vertreter von diversen Vereinen und Institutionen, Ortsbeiräten und „ganz normale“ Bürger. 

Nachdem Stefan Rötzel die zu den Themenfeldern passenden Projektideen vorgestellt hatte, fanden sich die Teilnehmer umgehend in kleinen Gruppen zusammen, um die Projekte zu konkretisieren und die Umsetzung vorzubereiten.

„Es ist erstaunlich, mit welchem Engagement und welcher Dynamik die Teilnehmer bei der Sache sind“, lobte Kolja Braun. Die ersten Resultate sprächen dabei für sich (siehe Hintergrund). Ab der kommenden Woche sollen alle Projekte, für die sich Akteure gefunden haben, auf der Internetseite des Projekts (witzenhausen2030.de) online gestellt werden.

„Ab dem 17. Oktober wird dann der Stadtraum in der Ermschwerder Straße jeden Donnerstag von 17 bis 20 Uhr für gedanklichen Austausch und Vernetzung durch uns besetzt sein“, kündigt Kolja Braun an. Für ihn und Christoph Schösser gehe es ab jetzt darum, „die Akteure zu unterstützen und ihnen bei der Planung und der Umsetzung ihrer Projekte zu helfen.“

Ziel ist es, bis Sommer 2020 aus diesen Projekten einen Fahrplan zu entwickeln, der Witzenhausen bis 2030 zu einem nachhaltigeren Ort machen soll.

Von Blühstreifen bis Bike- und Carsharing

Bei den vier Projektwerkstätten sind rund 35 Projekte bearbeitet worden, deren Umsetzung möglich erscheint. Hier eine Auswahl:

  • „Globale Verantwortung und eine Welt“: Unter dem Titel „Villa Kunterbunt“ soll in Form eines Cafés eine Begegnungsstätte für alle Witzenhäuser entstehen. Außerdem ist ein kultureller Gemeinschaftsgarten angedacht. 
  • „Landwirtschaft und Naturschutz“: Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, sollen mit Unterstützung der Stadt sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Flächen Blühstreifen angelegt werden. Unter dem Titel „1000 Fruchtbäume“ sollen außerdem Nutzbäume im Stadtgebiet angepflanzt werden.
  • „Gesundheit und Ernährung“: In den Mensen der Stadt, vor allem aber in den Kindertagesstätten, sollen nur noch ökologische und regional angebaute Lebensmittel verwendet werden. 
  • „Mobilität und Infrastruktur“: Neben der Einführung oder Ausweitung von Fahrrad- und Carsharing will sich eine Projektgruppe damit befassen, wie das Stadtgebiet künftig vom Schwerlastverkehr entlastet werden kann.

Beim ersten Zukunftsforum in Witzenhausen wollten 220 Bürger ihre Ideen einbringen.  

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