Baustelle Richtung Heiligenstadt aufgehoben

Ab Dienstag freie Fahrt über die Bahnbrücke der B 80 bei Neu-Eichenberg

Die Brücke an der B 27 bei Eichenberg-Arnstein ist fast fertig.
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Das Ende der Bauarbeiten ist in Sicht: Die Brücke an der B 27 bei Eichenberg-Arnstein ist fast fertig. Am kommenden Dienstag soll die Vollsperrung aufgehoben werden.

Ein Jahr lang wurde die Geduld vieler Autofahrer auf der B 27 und B 80 bei Neu-Eichenberg auf eine harte Probe gestellt, jetzt ist ein Ende der Bauarbeiten zum Greifen nah.

Neu-Eichenberg – Wie Hessen-Mobil-Sprecher Joachim Schmidt mitteilt, wird die halbseitige Sperrung mit Ampelregelung am Abzweig Richtung Heiligenstadt am Freitag, 18. Dezember, abgebaut.

Die letzten Arbeiten

Die halbseitige Sperrung war nötig gewesen, weil die B 27 in diesem Bereich auf die Höhe der neuen Brücke über die Bahnlinie angehoben werden musste.

Die Vollsperrung der B 80 Richtung Heiligenstadt wird am Dienstag, 22. Dezember, im Laufe des Tages aufgehoben, so Schmidt. Die B 80 war in diesem Bereich seit dem 6. Januar gesperrt gewesen, weil die marode Bahn-Brücke abgerissen und neu gebaut wurde.

Autofahrer mussten weite Umwege in Kauf nehmen: Die offizielle Umleitung über Friedland und die Autobahn A38 bis Arenshausen war fast 40 Kilometer lang. Viele Einheimische nutzen die Landstraßen und Feldwege bei Hebenshausen, um Richtung Heiligenstadt zu fahren. Mit dem Schleichverkehr ist nun Schluss: Jetzt fehlen nur noch Restarbeiten wie das Rammen der Schutzplanken und das Aufbringen der Fahrbahnmarkierungen, die am Dienstag beendet sein sollen.

Die alte Brücke

Seit 1914 hatte eine Sandsteingewölbebrücke die Bahnlinie zwischen Eichenberg und Witzenhausen überspannt. „Mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Ende der 1960er Jahre wurden die Gewölbebögen durch eine Stahlträgerkonstruktion ersetzt“, berichtet Schmidt. „Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung auf der B 27 und B 80 bis zur Verkehrsfreigabe der Autobahn A 38 hat sich der Zustand der Brücke deutlich verschlechtert, sodass der Neubau erforderlich war.“ Weil der Bahnbetrieb weiterlaufen musste, wurde das Bauwerk in Teile geschnitten und dann nachts mit einem Autokran ausgehoben. So musste die Bahnlinie nur in wenigen Nächten gesperrt werden.

Die große Brücke

Das Nachfolger-Bauwerk besteht aus Spannbeton-Fertigteilen. „Den Überbau bilden fünf Fertigteilträger mit einem Gewicht von je 65 Tonnen“, sagt Schmidt. Sie wurden am 21. Juli eingehoben. Der Abstand zwischen den Brückenwiderlagern – also dem Punkt, wo die Brücke auf der Böschung aufliegt – beträgt laut Schmidt 24,15 Meter. Die Brückenwiderlager ruhen Bohrpfählen, die einen Durchmesser von 1,20 bis 1,50 Metern haben und 16 Meter in den Untergrund reichen, um die Lasten aus dem Bauwerk ausreichend auf tragfähige Bodenschichten ableiten zu können.

„Die Baukosten einschließlich Abbruchkosten und Oberleitungsumbau belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro“, berichtet Schmidt. Die Netz AG der Deutschen Bahn trage davon 54 Prozent, die Bundesrepublik Deutschland trägt 46 Prozent.

Die kleine Brücke

Das Team von Hessen Mobil nutzte die Vollsperrung der B 80, um eine weitere kleine Brücke in unmittelbarer Nähe instand zu setzen, so Schmidt. Die etwa 250 Meter entfernte Bahnbrücke am Arnstein wurde 1962 gebaut. Hier wurden die Brückenkappen einschließlich Geländer sowie der Fahrbahnbelag samt Abdichtung erneuert. Die Kosten für dieses Projekt, das gemeinsam mit der großen Brücke geplant wurde, belaufen sich auf 600.000 Euro. Sie werden komplett von der Bundesrepublik übernommen, die Träger der B 80 ist.

„Darüber hinaus wurde die Fahrbahndecke der B 80 auf den rund 250 Meter zwischen den beiden Brücken abgetragen und durch neue Asphaltschichten ersetzt“, sagt Schmidt abschießend. (Friederike Steensen)

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