Freie Wähler wollen Messung der Luft selbst zahlen

Schon jetzt viel Verkehr: Die FWG will die Luftqualität in Witzenhausen prüfen lassen, weil sie eine zusätzliche Belastung befürchtet, falls die neue Werrabrücke innenstadtnah gebaut wird. Foto: Forbert

Witzenhausen. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) aus Witzenhausen will Ernst machen in Sachen Luftmessung: Sie will der Stadt eine zweckgebundene Spende von 2000 Euro zukommen lassen, damit die Luftbelastung ermittelt werden kann - falls das Parlament eine Kostenübernahme durch die Stadt ablehnt.

„Wir brauchen endlich Fakten“, sagt FWG-Stadtverordnete Beate Oetzel, die sich seit Jahrzehnten für eine Verbesserung der Luftqualität in Witzenhausen einsetzt.

Bereits vor einem Jahr hatte das Parlament grundsätzlich für eine Luftmessung gestimmt. Passiert ist seither allerdings wenig. Im April teilte das Hessische Umweltministerium der Stadt mit, dass das Land aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die Luftqualität nur dort messen könne, wo sich Überschreitungen von Grenzwerten abzeichnen. Aktuelle Daten lägen für Witzenhausen jedoch nicht vor, die Daten aus den 1990er Jahren lassen laut Ministerium allerdings nicht darauf schließen, dass die Schadstoffbelastung über den Grenzwerten liege, heißt es in dem Schreiben, das der HNA vorliegt.

„Wir kommen so nicht weiter“, sagt Oetzel - und will nun für die nötige Datengrundlage sorgen, die ihrer Meinung nach unbedingt vor dem Bau einer neuen Werrabrücke und der einhergehenden Zunahme des Schwerverkehrs vorliegen müsse. Oetzel fordert, dass die Stadt einen Vorschlag des Ministeriums aufgreift und nach Rücksprache mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auf eigene Kosten mit einem Passivsammler die Stickstoffbelastung messen lässt.

Ein solches Gerät könnte an der Schützenstraße, ein weiteres im Bereich Hinter den Teichhöfen, ein Jahr lang messen. Dazu muss es in 2,5 Metern Höhe montiert werden, etwa an einer Straßenlaterne. Laut Oetzel kostet es 1500 Euro, wenn das HLNUG zwei Sammler aufstellt, die Sammlung betreut und die Messwerte analysiert. „Diese vergleichsweise günstige Messung ist ähnlich aussagekräftig wie eine teurere Erfassung der lufthygienischen Bedingungen per Luftmessung“, so Oetzel. Deshalb will die FWG den Magistrat in der nächsten Parlamentssitzung damit beauftragen, die Luftmessung in die Wege zu leiten. Sie bietet der Öffentlichkeit und den anderen Fraktionen an, sich an der Aktion zu beteiligen, Oetzel will dazu das Gespräch mit den Fraktionschefs suchen.

Öffentlich wird das Thema im Bauausschuss am Dienstag, 6. Dezember (19 Uhr, Rathaussaal), sowie in der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag, 13. Dezember (18 Uhr, Rathaussaal), diskutiert.

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