Freies W-Lan in Witzenhausen: Unternehmer setzen auf eigene Faust Angebot um

Nehmen den Netzausbau selbst in die Hand: Unternehmensberater Nicolas Döring (links) und IT-Spezialist Olaf Danelzik. Foto: nh

Witzenhausen. Während die Politik noch diskutiert, handeln zwei heimische Unternehmer: In Witzenhausen gibt es ab sofort kabelloses Internet (W-Lan) auf dem Marktplatz - für Nutzer kostenlos. Möglich machen das Nicolas Döring und Olaf Danelzik.

Ursprünglich wollten sie als Werbemaßnahme für ihre Firmen zwei Jahre lang kostenfreies W-Lan auf dem Marktplatz sponsern. Weil ein frei verfügbarer und kostenloser Internetzugang ihrer Meinung nach ein menschliches Grundrecht ist, soll nun aber ein dauerhafter Zugang her. Unter dem Namen „Danelzik & Döring“ gründeten sie im Juni eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die mit dem Projekt „CityFi“ den Grundstein dafür legen soll.

Ihr Plan: Alle Nutzer von CityFi landen zunächst auf einer Startseite, auf der heimische Firmen für sich werben können. Durch die Werbeeinnahmen soll der Internetzugang finanziert werden, sagt Döring auf Anfrage. Dafür werde pro Jahr eine vierstellige Summe benötigt. Wie viele Nutzer zugreifen müssen, damit das System sich trägt, verrät er nicht. Er betont aber, dass bereits in der Testphase mehr Menschen das kostenlose Netz genutzt hätten als nötig.

Auch wenn die Startseite noch nicht ganz fertig ist, funktioniert das W-Lan-Netz bereits auf dem Marktplatz. Döring ist zuversichtlich, dass in vier Wochen auch die restliche Fußgängerzone samt Brückenstraße und das Flüchtlingsheim abgedeckt werden. Mit der Unterstützung der örtlichen Firmen hofft Döring, im nächsten Schritt auch Stadtpark und Kirchplatz erschließen zu können. Auch ein Zugang für Freibad, Bahnhof und Uni-Gelände ist laut Mitteilung geplant. Je mehr Firmen mitmachen, desto größer könne die vom Netzwerk abgedeckte Fläche werden.

Sorgen, dass jemand den Zugang für kriminelle Aktivitäten oder große Downloads nutzen könnte, hat Döring nicht. Er geht davon aus, dass Nutzer eher kurz E-Mails checken oder sich über die Umgebung informieren wollen. Die Haftung liege nicht bei seiner GbR, sondern beim Dienstleister Airfy, der die Technik zur Verfügung stellt und eine anonyme Internetnutzung verspricht. (fst)

Hintergrund: Andere Ideen für freies W-Lan

Auf Anfrage der CDU-Fraktion hat die Stadt die Einrichtung eines für Nutzer kostenfreien W-Lan-Netzes geprüft, zwei Anbieter kämen dafür in Frage. Jetzt soll der Magistrat prüfen, ob man statt eigener Planungen nicht CityFi unterstützen wolle, sagt Bürgermeisterin Angela Fischer. In die CityFi-Planungen sei die Stadt nicht eingebunden gewesen.

Die Initiative Transition Town hat dagegen eine Freifunk-Gemeinschaft gegründet. Dabei teilen Privatleute ihren kabellosen Internetzugang mit anderen Nutzern.

So geht's ins Netz:

1. Mit dem Smartphone, Tablet oder Laptop in der Liste der verfügbaren W-Lan-Zugänge „airfy free WiFi“ auswählen. 2. Geschäftsbedingungen des technischen Anbieters Airfy akzeptieren. Eine Eingabe von persönlichen Daten ist nicht nötig. 3. Airfy baut dann eine VPN-Verbindung zum eigenen Server auf. 4. Der Nutzer kann über die Startseite von CityFi Witzenhausen lossurfen.

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