Erhitzte Debatte im Bauausschuss

FWG will Resolution zur Werrabrücke in Witzenhausen

Die Werrabrücke in Witzenhausen.
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Hier dürfen nur noch kleine Lastwagen fahren: Die historische Werrabrücke in Witzenhausen. Sie ist marode und soll durch einen Neubau zwischen Wohnmobilplatz und Basketballplatz ersetzt werden.

Die Erneuerung der Werrabrücke in Witzenhausen ist ein Dauerbrenner – auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Dieses Mal ging es um eine Resolution der FWG an das Bundesverkehrsministerium.

Darin sollte die Stadt für die neue Brücke eine Gewichtsbeschränkung auf zwölf Tonnen fordern, damit nicht so viel Schwerverkehr über die B 451 durch die Innenstadt fließt. Als Alternative schlägt die FWG eine Umgehungsstraße durch die Wendershäuser Aue vor.

Durch die neue Brücke würde die Belastung der Anwohner durch Lärm und Luftverschmutzung steigen, begründete Barbara Schröter (FWG)  den Vorstoß. Bereits jetzt würden an bis zu 40 Häusern die Grenzwerte überschritten: „Ein Tempolimit reicht nicht!“ Besonders kritisch werde es, wenn die umliegenden Autobahnen gesperrt werden müssten – zumal die B 451 nun auch Entlastungsstrecke für die A 44 werden soll. Heidi Rettberg (Linke)  unterstützte die FWG: „Die Kreisel helfen uns auch nicht weiter.“ Die B 451 müsse raus aus der Stadt. Dr. Christian Platner (AfW)  wollte sich von Hindernissen wie Behördenvorgaben und dem Bundesfernstraßengesetz nicht aufhalten lassen: „Wir müssen alles versuchen und dürfen uns nicht vorher wegducken!“

Kritik kam von der SPD. Lukas Sittel  warf der FWG neun Monate vor der Kommunalwahl Populismus und ein Widerkäuen der stets gleichen Argumente vor. „Ich finde es frech, dass suggeriert wird, dass es eine Lösung durch die Wendershäuser Aue gebe“, schimpfte Sittel. „Es gibt sie nicht!“ In der Aue gebe es ein Naturschutzgebiet, wenn die jetzige Brückenplanung jetzt gestoppt würde, drohten 40 Jahre Stillstand. „Niemandem hier wird die neue Brücke gefallen“, gab Peter Schill (SPD)  zu: Aber es führe kein Weg daran vorbei. Falls die marode alte Brücke gesperrt werden müsse, wären Rettungswege in Gefahr. Schill wies auch darauf hin, dass die Stadt gerade in der Coronakrise stark von den Gewerbesteuern der Firmen im Gelstertal profitiere, die per Lastwagen beliefert würden. „Wir müssen Einschränkungen in Kauf nehmen, auch wenn das für die Anlieger schwer ist.“ Über die Resolution entscheiden die Stadtverordneten am Dienstag.

Bürgermeister Daniel Herz  betonte noch einmal, dass die Stadtverwaltung so gut wie keinen Einfluss auf die Planungen habe, da die B 451 eine Bundesstraße sei: Der Bund als Träger plane und bezahle die Arbeiten. Nur die Verkehrsbehörde beim Landkreis dürfe dort Tempo 30 anordnen: „Wir als Stadt würden das begrüßen, können es aber nicht entscheiden.“

Hessen Mobil will nächste Woche auf eine HNA-Anfrage zur Brücke antworten.

Prognose für den Verkehr

Die aktuellste Verkehrsprognose des Büros LK Argus wurde im März 2019 im Bauausschuss vorgestellt. Sie geht davon aus, dass im Jahr 2030 pro Tag rund 13 700 Autos, 390 Lastwagen bis 12 Tonnen sowie 880 Lastwagen über 12 Tonnen über die neue Werrabrücke fahren – auf diese Zahlen bezieht sich die FWG-Resolution. Bauamtsleiter Bernd Westermann weist allerdings darauf hin, dass diese Fahrzeuge nicht alle auch über die Schützenstraße/B 451 fahren müssten, sondern auch die Ermschwerder Straße nutzen könnten.

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