Tomaten nicht zu früh säen

Endlich Frühling: Gemüse aus dem eigenen Garten? Richtiger Zeitpunkt für das Pflanzen ist entscheidend

Vorbereitungen für den Lehr- und Lerngarten der Universität: Gärtnerin Catherina Merx sät im Gewächshaus Kürbisse aus. Sie kennt sich aus mit Jungpflanzen.
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Vorbereitungen für den Lehr- und Lerngarten der Universität: Gärtnerin Catherina Merx sät im Gewächshaus Kürbisse aus. Sie kennt sich aus mit Jungpflanzen.

Agraringenieurin und Gärtnerin für den Lehr- und Lerngarten der Uni Kassel am Standort Witzenhausen, Catherina Merx, kennt hilfreiche Tipps für den Garten.

Witzenhausen – „Gemüsepflanzen sollten nie unter oder in der Nähe eines Walnussbaums gepflanzt werden“, weiß Catherina Merx. Sie ist Diplomagraringenieurin und als Gärtnerin für den Lehr- und Lerngarten des Universität Kassel am Standort Witzenhausen zuständig. Sie kennt viele hilfreiche Tipps und Tricks fürs erfolgreiche Gärtnern im heimischen Gemüsebeet.

„Die Wurzeln des Walnussbaumes sondern Stoffe ab, die das Wachstum anderer Pflanzen hemmen“, erklärt die Garten-Fachfrau. Außerdem sei es wichtig, Pflanzen niemals zu früh in den Garten zu bringen, am besten erst nach den Eisheiligen, ab dem 15. Mai 2021. Linsen und Erbsen hingegen macht der Frost wenig aus, die können schon früh und direkt im Garten ausgesät werden.

Rchtiger Zeitpunkt zum Bepflanzen des Garten: Dann sind die Tomaten dran

Der häufigste Fehler, der bei der Tomatenanzucht gemacht wird, ist zu frühes Aussäen, weiß die Gärtnerin. Viele Hobby-Gärtner würden ihre Tomatenpflänzchen schon im Februar auf der Fensterbank wachsen lassen. „Durch die Heizung ist es warm genug, aber den Pflänzchen fehlt das Licht“, sagt Catherina Merx. Dadurch wachsen die jungen Tomaten lang und dünn und ihnen fehlt die Widerstandskraft. Erfahrungsgemäß sei für Freilandtomaten genau jetzt der richtige Zeitpunkt, nie jedoch vor dem 20. März.

Wenn es dann so weit ist und die Tomaten in den Garten oder auf den Balkon umziehen sollen, sei es wichtig, sie langsam an Wind und Sonne zu gewöhnen. „Die jungen Pflanzen sind empfindlich, sie dürfen nicht sofort direkt der Sonne ausgesetzt werden“, weiß die Gärtnerin. Besser sei es, sie in den ersten Tagen in den Schatten zu stellen und ihnen immer nur ein bisschen Sonne zu gönnen. Wird es nachts kalt, sollten sie abends lieber wieder ins Haus geholt werden.

Hier wachsen schon Tomatenpflanzen: Im Forschungsgewächshaus an der Nordbahnhofstraße werden die Pflanzen für den Lehr- und Lerngarten gezogen.

Den Garten fit für den Frühling machen: Die richtige Erde verwenden

„Für die Anzucht von Jungpflanzen sollte niemals Gartenerde verwendet werden“, sagt Catherina Merx. Denn die enthalte oft Unkrautsamen. Sie empfiehlt eine Erde, die gut das Wasser hält und ein gutes Porenvolumen hat, das bedeutet, nicht so schnell in sich zusammen fällt. Das kann auch eine torfhaltige Erde sein.

Auch Erde, die mit Schafwolle oder Kokosfasern versetzt ist, eignet sich gut für die Gemüseanzucht. Blumenerde oder Anzuchterde ist meistens ausreichend gedüngt, „Es ist nicht nötig die Jungpflanzen zusätzlich zu düngen“, so die Expertin. Erst beim Auspflanzen in den Garten empfiehlt sie zu düngen, am besten mit Hornspäne. „Auch Pferdemist ist ein sehr guter Dünger, er kann bereits im Herbst unter die Erde gemischt werden.“ Von Mineraldünger rät sie ab: „Es gibt viele gute organische Düngemittel.“

Tipp für Nutzpflanzen im Garten: Jedes Jahr dann Standort wechseln

Niemals sollte man in aufeinanderfolgenden Jahren die gleiche Pflanzenfamilie am selben Ort pflanzen: „Die Pflanzen können Krankheiten gehabt haben, die dann über den Boden weitergegeben werden.“ Auch Pilze können so von einer Generation an die nächste übertragen werden. Stand an einer stelle Kohl, sollte dort im kommenden Jahr keine Kohlrabipflanze wachsen. „Pflanzen mögen es nicht, hinter sich selbst zu stehen“, sagt die Gärtnerin. Eine Ausnahme bilden dabei Tomaten und Mais.

Nutzpflanzen im Garten: Mischkultur - manche Pflanzen passen einfach zusammen

Es gibt Pflanzenarten, die passen einfach gut zusammen. Aus Mexiko kommt das landwirtschaftliche System „Milpa“, auch „Die drei Schwestern“ genannt. Hierbei werden die Vorteile einer Mischkultur genutzt und drei verschiedene Pflanzen auf einer Fläche angebaut: Mais, Bohnen und Kürbisse. „Mais braucht nicht viel Platz“, erklärt Catherina Merx. „Er dient als Stützfrucht für die Bohnen. Beides sind hochgewachsene Pflanzen, sodass am Boden Platz für die Kürbisse bleibt“, sagt die Gärtnerin. „Die Pflanzen ergänzen sich gut.“

Tomaten und Kartoffeln hingegen sollten möglichst weit weg voneinander stehen. „Kartoffeln sind anfällig für Braunfäule und übertragen die leicht auf die Tomaten, wenn sie zu dicht stehen.“ Im Gewächshaus würden sich Tomaten mit Gurken nicht gut vertragen: „Tomaten mögen es trocken, Gurken lieber feucht. Man kann es nicht beiden recht machen.“

Gemüse ernten das ganze Jahr: Die richtige Panung für den Garten ist wichtig

„Fast das ganze Jahr über kann der Garten genutzt werden“, sagt Catherina Merx. Dort wo im Sommer Tomaten und Paprika stehen, können bereits im März Frühlingsspinat oder Radieschen geerntet werden. Im Herbst ist es der richtige Platz für Herbstrüben oder Rucola-Salat.Der Lehr- und Lerngarten am Tropengewächshaus soll voraussichtlich Mitte Mai wieder für Besucher geöffnet werden. (Wiebke Huck)

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