Gedenkfeier für Opfer von Krieg und Gewalt auf Witzenhäuser Friedhof

Gedenken an Gräbern: Bei der Veranstaltung auf dem städtischen Friedhof sang der Männergesangverein Witzenhausen. Foto: Neugebauer

Witzenhausen. „Der Himmel weint und wir tun es auch. Wir trauern um die vielen Soldaten, die in den Kriegen ihr Leben lassen mussten“, sagte Bürgermeisterin Angela Fischer zu Beginn der Gedenkveranstaltung zu den etwa 40 erschienenen Besuchern am Volkstrauertag auf dem Witzenhäuser Friedhof.

Sie erinnerte an die Zeit vor 100 Jahren, als das Wort, das von oben kam, als richtig angesehen und nicht diskutiert wurde. Sie schlug einen Bogen in die Welt von heute, wo den Menschen durch Internet und Handy andere Informationsquellen zur Verfügung stünden. Dekanin Ulrike Laakmann ging in ihrer Gedenkrede auf neun Millionen Soldaten des ersten, die 20 Millionen toten Soldaten des zweiten Weltkriegs und die über 50 Millionen Toten in der zivilen Bevölkerung ein. Die Kriege hätten viel Leid unter die Menschen gebracht, die getröstet werden mussten.

Urkatastrophe

Sie rief einige Kriegsschauplätze der beiden Weltkriege in Erinnerung und vergaß auch nicht auf die aktuellen Konflikte in der Ukraine und in Syrien einzugehen. Sie erwähnte, dass der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) seine Arbeiten in der Ukraine aufgrund des Konfliktes derzeit einstellen musste. „Diese Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts darf sich nicht wiederholen, denn selig seien die Friedfertigen, sie werden Gottes Kinder heißen“, sagte Laakmann.

Nachdem Pfarrer Hans Jürgen Wenner noch ein Zeichen der Mahnung gegeben und das Gebet gesprochen hatte, legten jugendliche Messdiener der katholischen Kirche Rosen auf die Gräber der unbekannten Soldaten auf dem Witzenhäuser Friedhof. Im Anschluss legten die Vorsitzende des Sozialverbands VdK, Jutta Heldmann, und der Stadtverordnete Andreas Gerstenberg ein Gesteck ans Mahnmal. Umrahmt wurde die Veranstaltung vom evangelischem Posaunenchor, der zur Einleitung das Kyrie spielte und dem Männergesangverein 1868 Witzenhausen, der unter anderem den Sanctus von Franz Schubert vortrug.

Im Anschluss an die Gedenkfeier am städtischen Friedhof ging ein Großteil der Besucher traditionell zum jüdischen Friedhof, um insbesondere der jüdischen Mitbürgern, die unter dem Regime der Nationalsozialisten ihr Leben lassen mussten, zu gedenken. Auch hier legte der Stadtverordnete Andreas Gerstenberg ein Gesteck nieder. Viele Besucher legten als Gedenken zum Abschluss kleine Steine auf die einzelnen Grabstätten. (znb)

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