Aujeszkysche Krankheit im Werra-Meißner-Kreis nachgewiesen

Gefahr für Haustiere: Gefährliches Virus befällt Wildschwein bei Waldkappel

Bei einem Wildschwein aus dem Raum Waldkappel ist die Aujeszkysche Krankheit nachgewiesen worden. Das Virus ist für Schweine gefährlich, eine Infektion bei Hunden und Katzen verläuft stets tödlich.

Der Virus ist auf Menschen nicht übertragbar, die Krankheit ist aber nicht nur für Hausschweine, sondern auch für Hunde und Katzen lebensgefährlich. Das teilte Kreispressesprecher Jörg Klinge am Freitagvormittag mit.

Klinge rät daher allen Schweinehaltern, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten. Jägern wird vom Landkreis dringend empfohlen, keine Innereien oder Fleischreste von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern und den unmittelbaren Kontakt von Jagdhunden mit Wildschweinen zu minimieren. Zum Schutz vor dem Erreger der auch „Pseudowut“ genannten Krankheit sollten Hunde und Katzen nur mit vollständig durchgekochtem Fleisch von Haus- und Wildschweinen gefüttert werden – denn bei ihnen verlaufe die Infektion grundsätzlich tödlich. Menschen dagegen könnten Fleisch von Wild- und Hausschweinen „bedenkenlos verzehren“, da sie für diese Erkrankung nicht empfänglich seien.

Von höchster Gefahr für die Schweinehalter spricht auch Geschäftsführer Uwe Roth vom Kreisbauernverband und ruft zu „höchster Vorsicht“ auf. Es gebe derzeit sehr große Wildschwein-Bestände, die sich bis in die Ortschaften bewegen. Da könnte es gerade bei Aussiedlerhöfen passieren, dass die Rotten versuchen, in die Futtersiloanlagen einzudringen. Schon so könnten die Wildschweine den Virus dann indirekt einschleppen, so Roth. Schutz vor den Tieren böten insbesondere Elektrozäune.

Das West-Nil-Virus errecht Deutschland. Es ist für Mensch und Tier gleichermaßen gefährlich.

Im Werra-Meißner-Kreis wurde die Aujeszkysche Krankheit in den vergangenen 20 Jahren weder bei Haus- noch bei Wildschweinen nachgewiesen. Allein in den Jahren 2017 bis 2018 sind im Landkreis 900 Haus- und 350 Wildschwein-Blutproben mit negativem Ergebnis auf die Pseudowut untersucht worden. Ab sofort jedenfalls werde, wie Pressesprecherin Silke Hartung vom Jagdverein Hubertus Witzenhausen mitteilte, von jedem erlegten Wildschwein eine Blutprobe zur Kontrolle eingereicht.

Krankheit tritt vor allem beim Wildschweinen auf

Die Aujeszkysche Krankheit ist eine weltweit verbreitete, hochansteckende Erkrankung vieler Säugetierarten, Schweine sind Hauptwirte. Die Ansteckung erfolgt den Kontakt mit Blut, Schleim, die Nahrung sowie über Urin, Mist und Boden. Bei Hausschweinen konnte die Krankheit getilgt werden, bei Wildschweinen tritt sie immer wieder auf. Während man Schweinen die Infektion oft nicht ansieht, zeigen infizierte Hunde tollwut-ähnliche Symptome sowie Juckreiz.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

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