1. Startseite
  2. Lokales
  3. Witzenhausen
  4. Witzenhausen

Breites Bündnis wehrt sich gegen „Montagsspaziergänger“ und „Querdenker“

Erstellt:

Von: Jacob von Sass von Sass

Kommentare

Der Marktplatz vor dem Rathaus
Der Marktplatz vor dem Rathaus während der Kundgebung des Bündnisses für ein emanzipatorisches Witzenhausen ohne Verschwörungsdenken und Antisemitismus. © Konstantin Mennecke

In vielen Städten Deutschlands gehen Menschen gegen einen angeblichen Impfzwang und die Coronamaßnahmen auf die Straße. Doch dagegen regt sich in vielen Bevölkerungsschichten Widerstand – auch in Witzenhausen.

Witzenhausen – Für Montagabend rief daher das „Bündnis für ein emanzipatorisches Witzenhausen ohne Verschwörungsdenken und Antisemitismus“ zu einer Kundgebung auf dem Marktplatz in der Innenstadt auf. Das alles unter dem Motto „Für solidarische Krisenbewältigung gegen Hetze und Corona-Ignoranz“.

Bei leichtem Regen versammelten sich laut Veranstalter um 17 Uhr rund 200 Menschen vor dem Rathaus, um für ein solidarisches Miteinander in der Coronapandemie zu protestieren. Die Gegenseite der Impfgegner, die sich am gleichen Ort versammeln wollte, konnte man hingegen nicht auffinden. Neben Redebeiträgen zum Thema wurde Musik gespielt und die Sambagruppe Rhythms of Resistance unterhielt die Versammelten mit ihren Trommeln.

Unter dem Titel „Ein Funke der Vernunft“ entzündeten viele Teilnehmer im Laufe des Veranstaltung Wunderkerzen. „Hiermit wurde gezeigt, dass wir uns gerade in schwierigen Zeiten nicht den Vereinfachungen und Schuldzuweisungen hingeben dürfen, sondern die Komplexität der Pandemie anerkennen und aushalten müssen“, schreibt das Bündnis in einer Pressemitteilung.

In seiner jetzigen Form war das Bündnis, welches sich aus circa 16 Parteien und Organisationen zusammensetzt, das erste Mal auf der Straße, um gegen die sogenannten Montagsspaziergänge der Impfgegner zu demonstrieren. Davor habe man mit Informationsveranstaltungen versucht, auf die Thematik aufmerksam zu machen, sagt Fabian Jenschke, Pressesprecher des Bündnisses, im Gespräch mit unserer Zeitung. Man sei davon überzeugt, dass ein breiter Gegenprotest, der sinnvolle Infektionsschutzmaßnahmen einhält, auf den Straßen Witzenhausens notwendig ist. Er solle ein klares Zeichen setzen, dass die große Mehrheit der Gesellschaft nicht mit der Corona-Verharmlosung der Querdenken-Bewegung einverstanden sei, so Jenschke weiter.

Auch mache man sich insgesamt für eine solidarische Krisenbewältigung stark. So fordere man unter anderem bessere Arbeitsbedingungen und Löhne für das Personal im Gesundheitswesen. Die weltweite Freigabe der Impfpatente sei außerdem ein Ziel des Bündnisses.

Am nächsten Montag will das Bündnis erneut gegen die Montagsspaziergänge auf die Straße gehen. Dann soll es eine Menschenkette für Solidarität und Verantwortung um das Rathaus herum geben, berichtet Jenschke abschließend. (Von Jakob Von Sass)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion