Blick in den Lehrgang

Gegen Waschbär und Marder: So werden sie gejagt

Weniger Stress für das gefangene Tier: René Schmidt präsentiert den Teilnehmern des Fangjagdlehrgangs eine Holzkastenfalle. Foto: zwh

Witzenhausen. Waschbären und Marder betrachten viele Menschen als Plage. Jagen darf sie, wer einen Fangjagdlehrgang gemacht hat. Ein Einblick in den Kurs des Jagdvereins Hubertus.

Sie kommen in die Wohngebiete, plündern Mülltonnen und legen Autos lahm. Fangen darf in Hessen jeder diese Tiere - aber nur nach erfolgreicher Teilnahme an einem Fangjagdlehrgang, sonst gilt das Fangen oder Erlegen als Straftat, außerhalb des eigenen Grundstücks sogar als Wilderei.

So ein Fangjagdlehrag fand jetzt beim Jagdverein Hubertus in Witzenhausen statt. Die Leitung hatte René Schmidt.

Neun Teilnehmern wurde im ersten, theoretischen Teil Wissen über die Geschichte der Jagd vermittelt, sowie für das Bestehen des Kurses notwenige Informationen über das Tierschutzgesetz, das Bundesartenschutzgesetz und weitere gesetzliche Bestimmungen.

René Schmidt klärte die Teilnehmer über die richtige Wahl der Köder auf, stellte verschiedene Fallen und deren Aufbauweise vor und sprach vor allem mögliche Gefahren an. Auch in Hessen verbotene Fallen zeigte der Jäger und erklärte, warum diese ungeeignet und gefährlich sind.

Im praktischen Teil dann präsentierte Schmidt eine Vielzahl von verschiedenen Fallen, darunter sowohl Lebend- als auch Totschlagfallen. Er machte den Unterschied zwischen Holzkasten- und Drahtfallen deutlich und betonte, dass es vor allem wichtig sei, den Tieren durch die Gefangennahme keinen Stress zu bereiten.

Darum müssten sich die Tiere in den Fallen auch stets im Dunkeln und in Sicherheit befinden. In Drahtkastenfallen sei die Verletzungsgefahr für das Tier deutlich größer als in einer Holzkastenfalle, darum bevorzuge Schmidt eher die Holzvariante. Auch seien Lebendfallen in der Regel den Totschlagfallen vorzuziehen, so der Jäger weiter. „Die Gefahr, dass andere Tiere wie Hunde oder Katzen oder sogar Menschen zu Schaden kommen ist bei Totschlagfallen nie auszuschließen“, so René Schmidt.

Zwei- bis dreimal im Jahr findet ein solcher Fangjagdlehrgang statt, an dem jeder teilnehmen kann. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Vereins. (zwh)

www.jagdverein-witzenhausen.de

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