Kritische Fragen

Gegenwind für geplanten Windpark bei Ziegenhagen 

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Standen Rede und Antwort: (von links) Bürgermeisterin Angela Fischer, Erneuerbare-Energie-Beauftragter Christoph Küthe, SUN-Prokurist Lars Rotzsche, Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Meil.

Ziegenhagen. Bis zum Jahr 2020 soll der Windpark Steinberg bei Ziegenhagen in Betrieb gehen: Bisher ging man von vier Windenergieanlagen aus, jetzt ist eine fünfte im Gespräch. Die Bürgerschaft sieht das Projekt kritisch.

„Durch hohe Windhöffigkeit und bereits gut ausgebaute Wegeanbindung ein ökonomisch und ökologisch sinnvolles Projekt.“ Dieses Fazit zog Christoph Küthe (Stadtwerke Witzenhausen) bei der Präsentation der Pläne am Donnerstagabend bei der Ortsbeiratssitzung im gut besetzten Haus des Gastes. Es gab viele kritische Fragen, aber keine ausdrücklichen Befürworter.

Das Vorhaben soll nach Angaben von Aufsichtsratsvorsitzender Angela Fischer erstes Windkraftprojekt in kommunaler Trägerschaft im Stadtgebiet sein. Umgesetzt wird die Planung von der SUN, einem Zusammenschluss regionaler Kraftwerke. Erworben wurden dafür Flächen der von Buttlarschen Forstverwaltung oberhalb der Ortslage.

Bewegung kam in das Vorhaben durch den Teil-Regionalplan Erneuerbare Energien - danach rangiert der Steinberg als Vorranggebiet Eschwege 005. Die Stadtwerke Witzenhausen halten 44 Prozent an der Betreibergesellschaft, ihr Vorgehen ist laut Fischer durch Stadtverordnetenbeschlüsse zum Ausbau der Windkraft gedeckt.

Zur Sache:

• Derzeit wird das Antragsverfahren vorbereitet (Baugenehmigungsverfahren, Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, Abstimmung mit Niedersachsen).

• Die Anlagen sollen eine Nabenhöhe zwischen 159 und 164 Meter (Gesamthöhe: um 230 Meter) haben, die Leistung beträgt bis zu 4200 Kilowatt.

• Voruntersuchungen haben eine „allerbeste Windhöffigkeit“ ergeben. Die Abstände zu Ortschaften betragen tausend Meter, zu Gehöften 600 Meter.

• Schallimmissionen und Schattenwurf seien keine Hinderungsgründe, auch beim Natur- und Artenschutz sehen die Planer keine Probleme.

Auf Nachfrage erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Meil, dass bislang für die Vorbereitung des Vorhabens „eine sechsstellige Summe“ ausgegeben worden sei. Zum Umfang der Investitionen machte Meil keine genauen Angaben - wohl mehrere Millionen Euro.

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