Analyse vor der Kommunalwahl

Gemeinsam vor die Wähler: Viele Ortsbeirats-Kandidaten auf Gemeinschaftslisten

Letzte Sitzung vor der Kommunalwahl: Da ließ auch der Ortsbeirat des Witzenhäuser Stadtteils Hundelshausen die nun auslaufende Amtszeit noch einmal Revue passieren. Unser Bild zeigt  Lukas Zimmermann (von links), Tino Strohmeyer, Norbert Faber, Ortsvorsteherin Karin Meissner-Erdt, Andreas Beck und Sebastian Siebold. Einige von ihnen kandidieren wieder – erstmals auf einer Gemeinschaftsliste.
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Letzte Sitzung vor der Kommunalwahl: Da ließ auch der Ortsbeirat des Witzenhäuser Stadtteils Hundelshausen die nun auslaufende Amtszeit noch einmal Revue passieren. Unser Bild zeigt  Lukas Zimmermann (von links), Tino Strohmeyer, Norbert Faber, Ortsvorsteherin Karin Meissner-Erdt, Andreas Beck und Sebastian Siebold. Einige von ihnen kandidieren wieder – erstmals auf einer Gemeinschaftsliste.

Bei der Kommunalwahl am Sonntag sind die meisten Wahlberechtigten im Werra-Meißner-Kreis auch dazu aufgerufen, den Ortsbeirat ihres Wohnortes zu wählen.

Werra-Meißner – In vielen Kernstädten gibt es keinen Ortsbeirat, jedoch in den allermeisten Ortsteilen. Nur die kleine Gemeinde Neu-Eichenberg verzichtet auf diese Gremien. Obwohl den Ortsbeiräten also viel Bedeutung zugemessen wird, schien die Bereitschaft von Einwohnern zur ehrenamtlichen Mitarbeit doch abzunehmen. Vor fünf Jahren gelang es in zwei Orten nicht mehr, die erforderliche Mindestanzahl von Bewerbern zusammenzubekommen – mit der Folge, dass kein Ortsbeirat gewählt werden konnte.

Schon vor fünf Jahren ging der Trend dahin, dass die Parteien keine eigenen Kandidatenlisten mehr im Dorf aufstellen wollten – oder konnten. Stattdessen wurde im Ort eine Gemeinschaftsliste aufgestellt – die Parteizugehörigkeit wurde damit nebensächlich und fand auf der Liste auch keine Erwähnung. Das war insbesondere in Bad Sooden-Allendorf der Fall, dort gab es ausnahmslos Gemeinschaftslisten.

Trend zur Wählergruppe

Bei der jetzigen Kommunalwahl hat sich der Trend weg von Parteilisten hin zur gemeinsamen Wählergruppe verstärkt. Im Dorf geht es wenig – oder gar nicht – um Parteiprogramme oder Ideologien, stattdessen um das Gemeinwohl. Wenn es im Ort beispielsweise um die Friedhofsgestaltung oder Verschönerungsaktionen geht, wird Gesinnung zur Nebensache.

In Großalmerode wird für die Kernstadt zum ersten Mal ein Ortsbeirat gebildet, da kandidieren CDU, SPD und Wählergemeinschaft (WG). Doch in den Stadtteilen Laudenbach, Rommerode und Uengsterode treten die Ortsbeiratskandidaten erstmals in einer Bürgerliste zusammen vor die Wähler. In Weißenbach war das schon vor fünf Jahren so.

Auf den Dörfern der Stadt Hessisch Lichtenau – dort gibt es schon länger einen Ortsbeirat auch für die Kernstadt mit Mitgliedern von SPD und CDU – wäre der Wandel zum gemeinschaftlichen Kandidieren jetzt bereits vollzogen. Denn die Walburger stellten erstmals eine Gemeinschaftsliste auf. In den Stadtteilen Hausen und Hopfelde jedoch, wo es 2016 Gemeinschaftslisten gab, tritt diesmal konkurrenzlos die SPD an.

In Witzenhausen treten noch oft Parteien auf den Dörfern an

Am stärksten noch von mehreren Parteilisten geprägt sind die Ortsbeiratswahlen in der Stadt Witzenhausen. Gemeinschaftslisten gibt es erstmals in Hundelshausen sowie in den beiden Stadtteilen Ermschwerd und Hubenrode, in denen vor fünf Jahren kein Ortsbeirat zustande kam. In Dohrenbach gibt es keinen Bewerber der FWG mehr, in Wendershausen haben sich die CDU und die Linke zurückgezogen, dafür ist allerdings „Gemeinsam für Wendershausen“ neu dabei; die SPD tritt hier nach wie vor an.

In Ellingerode haben CDU und Grüne nun Konkurrenz durch die Wählergruppe „Parteilos-Miteinander-Aktiv“ bekommen.

In Unterrieden ist das Angebot an Wählerlisten am vielfältigsten. CDU und SPD sind wie immer dabei. Die Grünen und die Linke treten hingegen nicht mehr an. Stattdessen stellen sich die Freie Wählergemeinschaft und eine parteiunabhängige „Grün-Bunte-Liste Unterrieden“ erstmals zur Wahl – mit zehn Bewerbern.

In Gertenbach tritt im Gegensatz zur Wahl 2016 die CDU nicht mehr an, dafür diesmal neben den Grünen und der SPD neu die Wählergruppe „Gemeinsam für Gertenbach“ mit zehn Bewerbern. (Stefan Forbert)

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