Gemeinsames Essen fehlt

Kulturverein „Alte Schule Roßbach“ in Corona-Zeiten

Die beiden Vorsitzenden des Roßbacher Kulturvereins Gudrun Braun (links) und Ute Moses zusammen mit der letzten Menükarte des „Gemeinsam Lecker Essen“ auf einer der besonders gestylten Verzällbänke im Foyer des Dorfgemeinschaftshauses.
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Die beiden Vorsitzenden des Roßbacher Kulturvereins Gudrun Braun (links) und Ute Moses zusammen mit der letzten Menükarte des „Gemeinsam Lecker Essen“ auf einer der besonders gestylten Verzällbänke im Foyer des Dorfgemeinschaftshauses.

Durch Corona ist das Vereinsleben vielerorts zum Erliegen gekommen. Wie gehen die Vereine damit um? Wir haben bei einigen nachgefragt. Heute: der Kulturverein „Alte Schule Roßbach“.

Roßbach – „Es ist still geworden in der Alten Schule“, sagt die Vorsitzende des Roßbacher Kulturvereins Gudrun Braun. War vor Corona fast täglich was los im Dorfgemeinschaftshaus, hat sich das jetzt auf den samstäglichen Büchertausch und eine eventuelle Ortsbeiratssitzung reduziert. Besonders fehlt den Dorfbewohnern das seit 2014 veranstaltete „Gemeinsam lecker Essen“, das sie zusammen mit den Roßbacher Landfrauen und dem Kirchenvorstand monatlich ausrichten.

Bis zum ersten Lockdown im März gab es jeden zweiten Dienstag im Monat für angemeldete Besucher ein Dreigang-Menü zum Selbstkostenpreis. Aber noch wichtiger waren das Schnuddeln und der Austausch der vorwiegend älteren Bewohner des Dorfes. „Nach dem ersten Lockdown im April / Mai haben wir den angemeldeten Roßbachern noch acht Menüs von den beiden Roßbacher Gaststätten nach Hause geliefert, um auch die beiden Gastronomie-Betriebe ein wenig zu unterstützen. Aber das eigentliche Ziel, die Leute zusammenzubringen, fehlte“, sagt Braun. Und weiter: „Bei gelegentlichen Kontakten erzählen uns die Leute, dass sie sich wieder auf das gemeinsame Drei-Gänge-Menü mit anderen Roßbachern freuen.“ Und auch der Verein hoffe, dass bald wieder Leben im Dorfgemeinschaftshaus herrsche, denn es tue weh, ein nicht genutztes Gemeinschaftshaus zu verwalten.

Ebenfalls mussten die drei in 2018 angeschafften Verzällbänke (Erzählbänke) im Corona Jahr ein tristes Dasein frönen. Im Jahr 2019 wurden von Frühjahr bis Herbst die Dorfbewohner an sechs unterschiedliche Orte zu den besonders gestylten Bänken im Dorf eingeladen, wo sie sich rege austauschen konnten. „Wir waren beim Bäcker, beim Ortsvorsteher und haben auch mal gegrillt“, verrät die zweite Vorsitzende des Vereins, Ute Moses. Es wurde prima angenommen und förderte den Austausch zwischen Jung und Alt, Einheimischen und Zugezogenen.

Heute stehen die Verzällbänke im Dorfgemeinschaftshaus und dienen neben einem Tisch als Tauschort für den Büchertausch. Hat dieser vor Corona durch den täglichen Besucherverkehr noch von alleine funktioniert, hat der Kulturverein nunmehr jeden Samstag von 14 bis 18 Uhr das Dorfgemeinschaftshaus für das Büchertauschangebot unter Corona-Bedingungen geöffnet.

Gänzlich entfallen sind Lesungen, das Frauenfrühstück oder private Anmietungen für Feiern. Freuen darf sich der Kulturverein auf den in 2021 veranschlagten barrierefreien Ausbau des Hauses im Rahmen des Ikek-Projektes und der veränderten Anordnung des Küchentraktes. Das bietet zusätzliche Möglichkeiten und hilft, das „Gemeinsam lecker Essen“-Angebot auch Bewohnern anzubieten, die in der Mobilität stark eingeschränkt sind. (znb)

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