Überschwemmung

Gertenbachs Ortsbeirat befasst sich mit Starkregen

Feuerwehr und Bauhof nach Sturzregen in Gertenbach im Einsatz.
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Durch den Sturzregen wurden auch Höfe in Gertenbach überschwemmt. Feuerwehr und Bauhof waren viele Stunden lang im Einsatz.

Im Zeichen des Klimawandels mit seinen immer häufiger und massiver auftretenden Wetterphänomen stand am Donnerstagabend die Ortsbeiratssitzung im Witzenhäuser Stadtteil Gertenbach, der gerade erst von einem Starkregenereignis heimgesucht worden war. 

Mehr als 50 Haushalte hatten in der Folge mit Überflutungen und Schlammmassen zu kämpfen.

Bei allen Schutzmaßnahmen, ob öffentlich oder privat, ein Restrisiko werde immer bleiben, zog Bürgermeister Daniel Herz ein Fazit nach einer weitestgehend sachlichen Debatte, der in der Turnhalle neben der designierten Bauamtsleiterin Anja Strecker knapp 30 Zuhörer verfolgten.

Grundlage war ein laut Herz „ernüchterndes“ Gutachten, mit dem im Vorjahr die Expertin Judith Graef vom Ingenieurbüro Oppermann (Vellmar) die Situation in Gertenbach am Beispiel des Allenbachs hydraulisch berechnet hatte.

Die Bauingenieurin stufte die Sturzfluten als ein Ereignis ein, wie es alle 50 Jahre oder gar in längeren Zeitabschnitten statistisch nur ein Mal vorkomme und das „keine Chance“ lasse, „etwas zu regeln“.

Sie listete die acht Wasserdurchlässe auf öffentlichen und privatem Grund und Boden auf, die ebenso wenig geeignet seien, unter den geschilderten Umständen Schaden abzuwenden wie die Kanalisation. Die müsste schon einen Durchmesser von zwei Metern haben, was aber nicht zu bezahlen sei. Anwohner kritisierten, dass etwa im Neubaugebiet Epberg die Kanalrohre auf der Höhe größer dimensioniert seien als die Rohre, auf die sie talwärts aufgesetzt würden.

Da sei es nur logisch, dass sich das Wasser staue. Kritisch angemerkt wurde auch, dass Sand und Kies Kanäle verstopften, im Einzelfall auch Rohre abknickten.

Ein Hochwasserrückhaltebecken reiche zur schadlosen Bewältigung der Wassermengen nicht aus, erklärte Graef. Als Lösungskonzept schlug sie unter anderem vor, die Wasserdurchlässe zu vergrößern, beim Bahndamm einen zweiten Wasserdurchlass zu schaffen, den Gewässerquerschnitt durch Flächenankauf zu vergrößern, auf Ackerflächen und im höher gelegenen Wald Erdwälle anzulegen sowie eine Gefälleoptimierung.

Auch privat könnten die Hauseigentümer Vorsorge treffen, etwa durch die Sicherung der Eingänge, die Erhöhung der Lichtschächte oder die Verwendung von wasserbeständigen Baustoffen.

Am Ende waren sich alle Teilnehmer an der 140-minütigen Veranstaltung einig, jeder Einzelne könne seinen Beitrag leisten zur Minimierung der Gefahren.

Während Bürgermeister Herz darauf hinwies, ein solches Gutachten sei auch für den Hübenbach in Auftrag gegeben, kam aus dem Publikum die Anregung, das Gutachten allen knapp 1000 Einwohnern Gertenbachs zugänglich zu machen.

Sebastian Schorstein ist jetzt Ortsvorsteher

Der 39-jährige Unternehmer Sebastian Schorstein (CDU) ist neuer Ortsvorsteher im Witzenhäuser Stadtteil Gertenbach. Er wurde in der Ortsbeiratssitzung am Donnerstagabend einstimmig zum Nachfolger seines Parteifreunds Günter Kellner gewählt, der Mitte Juni aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat niedergelegt hatte.

Schorstein, der verheiratet und Vater zweier neun und drei Jahre alten Jungs ist, gehört in der ersten Wahlperiode dem Ortsbeirat an und will nach eigenen Angaben auch bei der Kommunalwahl am 14. Mai antreten, dann allerdings auf einer Gemeinschaftsliste.

Ebenso einstimmig im Amt bestätigt wurde als stellvertretender Ortsvorsteher Helmut Herbort (Bündnis 90/Die Grünen). Einmütig fiel außerdem das Votum für die neue Schriftführerin Ulrike Mangold (SPD) aus.

Vor den Neuwahlen, die in offener Abstimmung von Bürgermeister Daniel Herz geleitet wurden, hatte Helmut Herbort die Leistungen von Günter Kellner hervorgehoben. Er habe sich für Gertenbach stark engagiert und viele Dinge angeschoben. Dafür gebührten ihm Dank und Respekt.

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