„Augen haben starken Ausdruck“

Gesichter von Afrikanern dominieren neueste Bilder von Künstler Adil Roufi aus Witzenhausen

Maler Adil Roufi aus Witzenhausen steht vor einem seiner Gemälde, die in der Kneipe Klampfe in Witzenhausen ausgestellt sind.
+
Beeindruckend: Maler Adil Roufi haben es auf seinen Reisen durch Afrika besonders die ausdrucksstarken Augen der Einheimischen angetan. Das ist in seiner aktuellen Ausstellung deutlich zu sehen.

Eine Ausstellungseröffnung der besonders entspannten Art erlebten am Samstagabend die Besucher der Witzenhäuser Musikkneipe Klampfe. Während drinnen die Malereien des marokkanischen Künstlers Adil Roufi bewundert werden konnten, sorgte draußen Sänger und Gitarrist Sinini Ngwenja zusammen mit befreundeten Musikern für Stimmung.

Witzenhausen - Es ist nach 2018 bereits die zweite Ausstellung, die der seit drei Jahren in Witzenhausen lebende Adil Roufi in der Klampfe zeigt. „Adil tauchte damals irgendwann bei uns in der Kneipe auf und fragte, ob er nicht einmal seine Bilder hier aufhängen dürfte“, sagt Wirtin Melanie „Bully“ Schulze. Da ihr die Werke gefallen und sie gut in das Ambiente gepasst hätten, sei sie einverstanden gewesen. „Und weil die erste Ausstellung ein voller Erfolg war, habe ich auch diesmal sofort zugesagt, als er mich jetzt noch mal gefragt hat“, so Schulze.

Hatte Adil Roufi in der ersten Ausstellung überwiegend Bilder gezeigt, in denen er die traditionelle arabische Schrift auf provokative Weise neu interpretiert (was zu seinen größten künstlerischen Leidenschaften zählt), so präsentiert er diesmal ausschließlich Porträts schwarzer Afrikaner – mal fotorealistisch, mal als Collage oder als Grafitti. „Ich habe fünf Jahre in der Kenianischen Hauptstadt Nairobi gelebt, bin viel in Afrika umhergereist und habe mir die Menschen genau angeschaut“, sagt der 34-Jährige. Am meisten fasziniert hätten ihn dabei die Augen der Afrikaner. „Die haben einen besonders starken Ausdruck“, so Roufi. Und eben das macht seine Bilder so faszinierend. Ein Teil spiegelt eine tiefe Traurigkeit und Unsicherheit der von ihm Porträtierten wider, ein anderer Teil strotzt nur so vor Fröhlichkeit und Neugier. „Genau so habe ich die Menschen dort erlebt“, sagt der Marokkaner. Da ihm die Umwelt am Herzen liege und er keine Ressourcen verschwenden wolle, dienen ihm an Leinwand auch schon mal ausgediente Pappkartons und als Farben neben Acryl, Öl- und Wasserfarben auch Kohle „und alles, was ich finde und was ich für meine Malereien verwenden kann“. Die Qualität seiner Bilder leidet darunter definitiv nicht.

Info: Die Ausstellung von Roufi ist noch bis zum 31. August während der Öffnungszeiten der Klampfe zu sehen. (per)

Umweltbewusst: Wie viele der rund 30 ausgestellten Gemälde entstand auch dieses auf ausgedientem Karton.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.