Frost und Trockenheit verderben Landwirten bessere Ergebnisse

Getreideernte im Werra-Meißner-Kreis ist in vollem Gange

Getreideernte auf einem Feld im Werratal, im Hintergrund ist der Witzenhäuser Stadtteil Wendershausen zu erkennen.
+
Heiße Phase der Ernte: Seit Anfang Juli sind die Landwirte damit beschäftigt, die Ernte auf ihren Feldern einzufahren. Und es ist noch lange nicht Schluss.

Werra-Meißner – Derzeit ist die Hochphase der Erntezeit für die Landwirte im Werra-Meißner-Kreis. Seit Anfang Juli sind sie auf den Feldern damit beschäftigt, das Korn einzufahren.

Das sonnige und trockene Wetter der vergangenen Tage hat die Abreife des Winterweizens, der mit Abstand wichtigsten Getreideart in Hessen und auch im Landkreis, beschleunigt. Die derzeitigen Witterungsbedingungen mit viel Sonnenschein und Wärme sind ideal für einen störungsfreien Mähdrusch.

In den Winterweizen-Feldern im Landkreis sind die Mähdrescher ebenfalls schon im Einsatz – aber zunächst an den schwachen Standorten, wo keine bessere Qualität oder gar Ertrag mehr erwartet werden kann, wie Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Werra-Meißner erläutert. Für den Weizen auf den besseren Böden hoffen die Landwirte noch auf Regen.

Begonnen hatte die Getreideernte allerdings wie üblich mit dem Drusch der Wintergerste, in diesem Jahr Anfang Juli. Und nach Angaben Roths ist das Einbringen in die Scheuer seit wenigen Tagen abgeschlossen. Daher wird nun schon begonnen, in den ersten Raps-Kulturen zu dreschen. Ganz so schlimm wie in den beiden Vorjahren sieht es in diesem Jahr in Bezug auf die Trockenheit zwar nicht aus. Aber der Regen, der im Juni endlich fiel, rettete nicht mehr alle Kulturen, so Roth. Die lang anhaltende Frühjahrstrockenheit von Mitte März bis Ende April habe das Wachstum aller landwirtschaftlichen Kulturpflanzen im dritten Jahr in Folge beeinträchtigt, bestätigte Karsten Schmal, der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, am Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Bei der Wintergerste fällt das besonders ins Gewicht: Von weit unterdurchschnittlichen Erträgen berichtet Uwe Roth aufgrund der Meldungen der Landwirte. Ähren seien an den Halmen zwar ausgebildet worden, sie seien aber taub – also ohne Körner – gewesen. Schuld daran war allerdings später Frost, der noch im April auftrat. In der Folge wurde an manchen Standorten ein Viertel weniger Gerste eingefahren.

Bezüglich des Winterweizens, dessen Drusch im Werra-Meißner-Kreis gerade begonnen hat, liegen Geschäftsführer Uwe Roth vom Kreisbauernverband noch keine Ergebnisse vor. Er befürchtet aber, dass es an den schwachen Standorten „katastrophal“ aussehen könnte. Ansonsten geht er noch davon aus, dass der späte Frühjahrsfrost – außer bei der Wintergerste – nicht für Einbußen gesorgt hat.

Dass das drohte, war den Vorzeichen zufolge zunächst beim Raps erwartet worden, da die jungen Pflanzen stark auf den Frost reagiert hatten. Und obwohl es danach kalt und trocken war, wird die Raps-Ernte „wider Erwarten gut“ ausfallen, schätzt Roth nach den ersten Informationen von Landwirten. 20 bis 25 Prozent der Kulturen waren bis Ende der Woche auch schon abgeerntet. Nun rechnet Roth mit einem durchschnittlichen Ergebnis beim Raps. Bis Mitte nächster Woche dürfte dessen Ernte im Werra-Meißner-Kreis auch schon abgeschlossen sein.

Von guten Erträgen geht der Verbands-Geschäftsführer beim Drusch des Winterweizens aus, der auf guten Standorten steht. Da könnten sieben bis acht Tonnen Getreide erzielt werden, schätzt er. Mehr sei aber wegen der Frühjahrstrockenheit auch nicht zu erwarten.

In der Erntefolge stehen dann noch der Drusch der Braugerste sowie von Roggen und Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, auf dem Arbeitsplan der Bauern.

Sollte es aufgrund von Niederschlag zu Unterbrechungen kommen, dann wird sich kein Landwirt ärgern. Denn, so Uwe Roth, „Regen ist Segen“ – in diesen Jahren mehr denn je. Die Trockenheit im Frühjahr ging insbesondere auch den Milchviehhaltern aufs Gemüt. Der erste Grünschnitt fiel, da kaum Gras gewachsen war, wieder einmal schlecht aus. Der zweite Schnitt in der ersten Juni-Hälfte fiel dann besser aus, was jetzt auch für den demnächst bereits anstehenden dritten Grünschnitt auch erwartet wird. Roth: „Da entspannt sich die Futternot bei den Milchviehbetrieben.“

Und befragt zur Sonderkultur Hanf, die mittlerweile auf 70 Hektar im Werra-Meißner-Kreis wächst, geht Roth von einer ebenso „guten Ernte wie 2019“ aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.