Es gibt zu wenige Wohnungen für Senioren im Werra-Meißner-Kreis

Pilotprojekt: Auf der Baustelle am Joachim-Tappe-Weg entstehen barrierefreie Bungwalows. Unser Bild zeigt Landrat Stefan Reuß (von links), Architekt Hans-Peter Schubert, Bürgermeisterin Angela Fischer sowie die Bauunternehmer Carolin, Reinhard und Andreas Heppe. Foto: Per Schröter

Werra-Meißner. Der Werra-Meißner-Kreis ist nicht genügend auf altersgerechtes Wohnen vorbereitet.

Das geht aus den aktuellen Zensus-Zahlen hervor, die das Pestel-Institut in einer regionalen Untersuchung zum Senioren-Wohnen jetzt ausgewertet hat.

Demnach gibt es im Werra-Meißner-Kreis rund 17.130 Senioren-Haushalte. Mittlerweile wohnt in 37 Prozent aller Haushalte im Werra-Meißner-Kreis mindestens ein Mensch, der 65 Jahre oder älter ist. Der Wohnungsmarkt ist auf die Bedürfnisse der alten Bewohner nicht vorbereitet: „Nur ein geringer Teil der insgesamt rund 51.700 Wohnungen im Werra-Meißner-Kreis ist überhaupt seniorengerecht“, sagt die Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Hessen vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Sonja Steffen. Sie spricht von einem „enormen Nachholbedarf“ beim altersgerechten Bauen und Sanieren.

„Uns ist das Problem seit langem bekannt“, sagt Jörg Klinge, Sprecher des Werra-Meißner-Kreises. Seit 2010 gibt es Wettbewerbe und Beratungen für Wohnungseigentümer, um barrierefreies Wohnen zu ermöglichen. Im Februar wurde die Beratungsstelle „Technik im Alter“ eingerichtet. „Sie beschäftigt sich zu 90 Prozent mit Wohnraumberatung“, sagt Klinge.

Haus- und Wohnungseigentümer und auch Mieter können für die altersgerechte Umgestaltung auch Zuschüsse vom Bund bekommen. Die staatliche Förderbank KfW gibt bis zu 5000 Euro pro Wohneinheit dazu, wenn das gesamte Haus oder eine Wohnung vollständig barrierearm umgebaut wird. Auch wer eine altersgerecht sanierte Wohnung kauft, kann das Geld bekommen. Selbst Einzelmaßnahmen unterstützt die KfW: Pro Wohneinheit gibt es einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro. Darauf weist das Verbändebündnis Wohnen, bestehend aus vier Organisationen und Verbände der deutschen Bau- und Immobilien-Branche hin. (ts)

Ein Interview mit Margot Flügel-Anhalt vom Seniorenforum einen Bericht über das Pilotprojekt "Barrierefreie Bungalows" lesen sie in der gedruckten Montagsausgabe.

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