Initiatorin will Ideen ins Gespräch bringen

Glücksmobil und interaktive Stadtkarte: Neues Projekt für lebenswertes Witzenhausen

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Startschuss: Projekt-Initiatorin Esther Mieves (vorne) mit den beiden Jugendratsmitgliedern Niklas Krumbein und Maike Braukmann (von links) sowie Jugendpfleger Kai Zerweck und Kai Simon von der Stadtverwaltung vor dem gerade eröffneten Projektraum in der Ermschwerder Straße. 

Witzenhausen. Wie kann ich dazu beitragen, das Leben in Witzenhausen ein Stückchen lebenswerter zu machen? Das fragen sich womöglich viele Kirschenstädter. Doch nur wenige packen tatkräftig zu.

Ganz anders Esther Mieves, die zurzeit das Projekt „Ab in die Mitte – Lebenswerte Witzenhausens“ betreut. „Ich wohne seit vier Jahren in Unterrieden, habe mein Studium für nachhaltige internationale Landwirtschaft abgeschlossen und mich entschieden, hier zu bleiben“, sagt die 33-Jährige. Als Bildungsreferentin im Tropengewächshaus und als Mutter eines Kindes komme sie tagtäglich mit ganz unterschiedlichen Menschen ins Gespräch. „Dabei habe ich festgestellt, dass es in Witzenhausen viele gute Ideen und Ansätze gibt, dass aber die Kommunikation zwischen den Akteuren deutlich besser sein könnte“, sagt Mieves.

Genau da will sie nun mit dem Projekt „Ab in die Mitte“ ansetzen. „Als ich vor etwa fünf Wochen von diesem Wettbewerb gehört habe, bei dem die besten Projektideen vom Land Hessen finanziell gefördert werden, bin ich sofort aktiv geworden und habe eine Bewerbung geschrieben“, so Mieves. Da eine solche Bewerbung nur zusammen mit einer Kommune eingereicht werden könne, habe sie Bürgermeisterin Angela Fischer aufgesucht und für ihre Idee begeistern können. Und als vor kurzem dann vom Land auch noch der Bewilligungsbescheid über 13.000 Euro kam, musste plötzlich alles ganz schnell gehen.

„Das Projekt besteht aus drei Teilen“, sagt Esther Mieves. Den Auftakt machte die Anmietung und Gestaltung eines Ladenlokals im Haus Ermschwerder Straße 6 und somit direkt in der Stadtmitte. „Dieser Projektraum bietet Platz für verschiedene Veranstaltungen“, so Mieves.

Weiter ging es mit einem Treffen des Jugendrates. Darüber hinaus geplant sind bislang eine Podiumsdiskussion des Kneippvereins zum Thema Gesundheit in Witzenhausen sowie eventuell eine Kunstausstellung der Beruflichen Schulen. „Der Fantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt, so lange es mit Bürgerdialog und mit der Entwicklung der Stadt zu tun hat.“ Und genau darum gehe es auch in den beiden anderen Projektteilen (siehe Hintergrund), die dann in Kürze an den Start gehen werden.

Derzeit agiert Esther Mieves bei dem auf fünf Monate angelegten Projekt noch als Einzelkämpferin. „Ich würde mir aber dringend den einen oder anderen Mitspieler wünschen“, sagt sie. Für Kai Simon, der bei der Stadt Witzenhausen das Integrative Stadtentwicklungskonzept (ISEK) und den auf zehn Jahre angelegten Stadtumbau begleitet, ist das Engagement Mieves’ gar nicht hoch genug zu loben: „Das gesamte Projekt ist sehr interessant für den Stadtentwicklungsprozess und wird hoffentlich dazu beitragen, dass sich noch mehr Menschen darin einbringen.“ 

Kontakt (auch bei Interesse für die Nutzung des Projektraumes) e.mieves@ditsl.org

Hintergrund: Die Glücksmobile

Um den Bürgerdialog zu fördern, hat Esther Mieves zwei „Glücksmobile“ angeschafft, denen sie zurzeit noch den letzten Schliff verpasst. „Dabei handelt es sich um Fahrräder, auf denen zwei Personen nebeneinander sitzen können“, sagt sie. Ziel sei es, dass sich zwei Menschen (im Idealfall zwei Wildfremde) ein Glücksmobil ausleihen (kostenlos) und während der Fahrt darüber unterhalten, wie sie leben wollen, was für sie Lebensqualität ist und was sie sich für Witzenhausen wünschen. Wünsche und Ideen sollen dann in ein Gerät eingegeben und später ausgewertet werden. 

Nicht weniger spannend und innovativ ist Teil drei des Projektes. Dabei soll eine interaktive Stadtkarte auf der Internetseite der Tourist-Information (Pro Witzenhausen) eingestellt werden, bei der Nutzer ihre Eindrücke von bestimmten Orten schildern können und die dadurch ständig erweitert wird.

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