Ermittlungen dauern an

Graffiti in Witzenhausen: Polizei durchsuchte Wohnung von 19-Jährigen

Toilettenhäuschen an der Schlagd in Witzenhausen
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Panda und Monk-Tag: Wegen dieser Schmierereien, unter anderem auf dem Toilettenhäuschen an der Schlagd in Witzenhausen wurde nun die Wohnung von zwei 19-Jährigen durchsucht.

Im Zusammenhang mit Graffiti-Schmierereien hat die Polizei am Montag die Wohnungen von zwei 19-Jährigen in Witzenhausen durchsucht.

Witzenhausen - Polizeisprecher Jörg Künstler bestätigte allerdings erst auf Nachfrage entsprechende Hinweise. Das Amtsgericht Kassel hatte den Durchsuchungsbeschluss erlassen, ein Anlass war laut Künstler ein Graffiti mit einem Pandabären am Toilettenhäuschen an der Schlagd, das der Stadt gehört. Bei der Durchsuchung seien „Aufzeichnungen“ gefunden und sichergestellt worden. Die Ermittlungen dauern noch an, untersucht wird vor allem, ob die Tatverdächtigen für weitere Sachbeschädigungen durch Graffiti in der Stadt verantwortlich sind.

Die vielen Graffiti in der Stadt sind ein Aufregerthema für viele Witzenhäuser. Auch die örtlichen Fraktionen aus dem Stadtparlament haben sich in diesem Frühjahr dem Thema angenommen – auf ganz unterschiedliche Art und Weise:

Nur digitale Beiträge bei AfW-Kunstwettbewerb

Bunt soll die Stadt sein, werden und bleiben, fordert etwa die Fraktion Bunte Liste „Alternativen für Witzenhausen“ (AfW). Vor der Kommunalwahl hatte die Fraktion ein Büro an der Ecke Ermschwerder Straße/Kniegasse eingerichtet. Am Vorabend der Wahl wurde die Fassade mit Parolen besprüht. Auch Wahlplakate anderer Parteien wurden Opfer des gesprühten Vandalismus.

„Wir wollten nicht reflexartig mit der ordnungspolitischen Palette reagieren und Überwachung fordern oder ein Kopfgeld aussetzen“, sagt Silvia Hable (AfW). Auch wenn man Vandalismus natürlich nicht gut heiße. Die AfW entschied sich für eine künstlerische Intervention und machte in Absprache mit dem Vermieter ein Angebot: „Wenn es Euch so viel Spaß macht, Euch künstlerisch zu betätigen, dann schreibt Eure Meinung an unsere Wand.“ Den zeitlichen Rahmen dafür beschränkte die AfW auf die Zeit des Mietverhältnisses, das mittlerweile beendet ist. Zwar traute sich niemand, Farbe auf die Hauswand zu bringen, die Resonanz sei dennoch gut gewesen, so Hable. Mehrere Fotomontagen seien über die sozialen Netzwerke eingegangen, auf denen virtuell Bilder auf das Haus projiziert wurden.

Zwar hätte dieser „Kunstwettbewerb“ keinen Sieger, die Idee bestehe aber weiter, so Hable. Die Stadt habe ein großes Künstler-Netzwerk. Man könne neue Wege zu erschließen, in Kassel etwa sei Street-Art etabliert. Eine legale Graffiti-Wand, wo sich Künstler ausdrücken können, könnte ein Anfang sein. Die Gefahr, dass eine schön gestaltete Fläche beschmiert wird, sieht Hable nicht. „Künstler und Sprayer haben gegenseitig Respekt vor ihrer Arbeit.“ Auch temporäre Installationen, wie Bauzäune ließen sich nach Absprache als Graffiti-Flächen nutzen.

Keine Hinweise bei Belohnungsaktion von SPD und CDU

SPD und CDU hatten dagegen Anfang März eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf die Sprayer ausgelobt – allerdings ohne Erfolg. Laut SPD-Fraktionschef Lukas Sittel sind keine Reaktionen eingegangen.

Stadt schiebt Kunstprojekt an

Die Stadt hat derweil beim Verein für Regionalentwicklung Fördermittel für ein Kunstprojekt beantragt, sagt Bürgermeister Daniel Herz auf Anfrage: Der Witzenhäuser Künstler Johannes Hennig soll eine beschmierte Wand an dem Backsteingebäude gegenüber des alten Aldi-Marktes an der Bohlenbrücke verschönern und dabei auch eine Fläche integrieren, wo andere sich künstlerisch ausdrücken können. (hbk/fst)

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