Feuer aus, Vermisste gerettet

Großübung der Wehren aus Hessen und Niedersachsen auf Gut Ellerode

+
Bei Führungsassistent Marco Thrämer lief alles zusammen. Er hatte den Überblick über gerettete Personen, Wasserverbrauch und Löschzüge.

Um 15 Uhr ertönten am Samstag laut die Sirenen in Witzenhausen und Gertenbach sowie in den benachbarten niedersächsischen Gemeinden Lippoldshausen, Wiershausen, Hedemünden, Oberode und Laubach. Gemeldet wurden mehrere Brandherde auf dem Gut Ellerode und eine unbekannte Zahl vermisster Personen.

Rund acht Minuten dauerte es, bis die erste Freiwillige Feuerwehr, der Löschzug aus Gertenbach, am Einsatzort eintraf und sich einen ersten Überblick über die Lage verschaffte. In echter Gefahr befand sich allerdings niemand. Der Einsatz gehörte zur jährlichen Großübung, die seit 30 Jahren gemeinsam von den sechs Ortsfeuerwehren und der Stützpunktfeuerwehr Witzenhausen länderübergreifend durchgeführt wird.

Insgesamt waren am Samstag 58 Feuerwehrmänner und -frauen an der Übung beteiligt. Abwechselnd richten die Feuerwehren die Großübung aus, kümmern sich um geeignete Standorte und stellen das Szenario zusammen. In diesem Jahr lag die Verantwortung in den Händen der Freiwilligen Feuerwehr Gertenbach mit Wehrführer Kevin Stakelies.

Drei fiktive Brandherde gab es auf dem Gutshof, an mehreren Stellen quoll Qualm aus den Scheunen. Insgesamt wurden zehn Personen vermisst, eine war unter einer Landmaschine eingeklemmt. Zum Teil wurden die zu rettenden Personen von Menschen dargestellt, teilweise waren es Übungsdummys.

Bei Führungsassistent Marco Thrämer lief alles zusammen. Er hatte den Überblick über gerettete Personen, Wasserverbrauch und Löschzüge.

„An einem Standort wie diesem haben wir erschwerte Bedingungen“, erklärt Kevin Stakelies. Die unzureichende Löschwasserversorgung durch fehlende Hydranten macht den Feuerwehrleuten die Arbeit schwer. Das Wasser, das zum Löschen gebraucht wird, muss aus dem nahegelegenen Löschteich gepumpt werden. Dutzende von Schläuchen mussten ausgerollt, gekoppelt und zum Löschwassertransport benutzt werden.

Eine knappe Stunde ab dem Zeitpunkt der Alarmierung dauerte es, bis alle drei Brandherde gelöscht und die vermissten Personen gefunden und geborgen worden waren. Ein gutes Ergebnis für die erschwerten Gegebenheiten vor Ort, mit schlechten Sichtverhältnissen in den Scheunen, mangelnder Löschwasserversorgung und teils langer Anfahrt.

Im Anschluss an die aufwendige Übung gab es Besprechungen innerhalb der einzelnen Feuerwehren. Eine Gesamtbewertung der Übung folgt in den kommenden Tagen. „Wir halten es alle für sehr wichtig, regelmäßig auch länderübergreifende Übungen durchzuführen“, so Kevin Stakelies. Denn die Wehren würden nicht nur freundschaftliche Verhältnisse verbinden, es sei darüber hinaus auch wichtig, sich abzustimmen, denn nicht alles sei bei den Feuerwehren in Hessen und Niedersachsen gleich. Zwar handelt es sich dabei nur um Kleinigkeiten, doch trägt ein Zugführer in Hessen beispielsweise rot, während die Farbe in Niedersachsen für den Gruppenführer vorgesehen ist. Außerdem macht auch Feuer vor Landesgrenzen nicht halt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.