Aktion in Witzenhausen nach Corona

„Stadtgeld“ soll Handel und Bürgern helfen: Gutscheine ab 6. Oktober einlösen

Startklar: Das Team der Verwaltung um Bürgermeister Daniel Herz (von links), Johannes Siebold und Michael Zimmermann hat die Umsetzung für das von SPD und CDU durchgesetzte Stadtgeld für Witzenhausen auf den Weg gebracht.  
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Startklar: Das Team der Verwaltung um Bürgermeister Daniel Herz (von links), Johannes Siebold und Michael Zimmermann hat die Umsetzung für das von SPD und CDU durchgesetzte Stadtgeld für Witzenhausen auf den Weg gebracht.  

Die Aktion „Stadtgeld“ als Hilfsprogramm für Handel und Bürger nach der Corona-Pandemie steht in den Startlöchern: In zwei Wochen sollen die Witzenhäuser ihre Gutscheine nutzen können.

Witzenhausen – Ab Mittwoch, 6. Oktober, können alle Witzenhäuser ihre Gutscheine in 60 Läden, Restaurants, Autohäusern und Betrieben für „körpernahe Dienstleistungen“ wie Friseuren, Nagel- und Fitnessstudios einlösen, die in der Corona-Pandemie zeitweise schließen mussten. Nach Beschluss des Stadtparlaments erhält jeder Erwachsene einen Gutschein über 20 Euro, Kinder über 50 Euro.

Die Briefe mit Gutscheinen werden Ende des Monats an 9000 Witzenhäuser Haushalte geschickt, kündigt Johannes Siebold an. Der Geschäftsführer der Tourist-Information hat die Umsetzung der Gutschein-Aktion mit der Stadtverwaltung und der Firma Rebos organisiert. Jeder Gutschein hat einen eigenen QR-Code, der im Geschäft gescannt wird. Er kann bis 30. November komplett oder in Teilen eingelöst werden.

Händler sollen wenig Aufwand haben

Für die Händler soll der Aufwand möglichst gering sein, sagt Hauptamtsleiter Michael Zimmermann. Die Stadt kümmert sich um die Werbung und Kennzeichnung der Teilnehmer. Diese können den QR-Code mit einem Smartphone oder Tablet scannen, einen Kassenscanner nutzen oder den zugehörigen Nummerncode einfach in den PC eintippen – die Anschaffung zusätzlicher Lesegeräte ist also nicht nötig. Am heutigen Mittwoch und am Freitag gibt es Online-Schulungen für alle Teilnehmer.

Die Software für das Projekt erstellt automatisch Kassenabschluss-Berichte, die Kosten für die Einkäufe werden mindestens einmal monatlich aus der Stadtkasse erstattet. 430.000 Euro stehen auf Initiative von SPD und CDU dafür zur Verfügung, der nötige Nachtragshaushalt wurde mittlerweile von der Kommunalaufsicht genehmigt.

Start verzögert sich leicht

Ursprünglich sollte das Projekt bereits am 1. Oktober starten, von Seiten der Händler hatte es vereinzelt Kritik über angeblich zu späte Informationen und Werbematerialien gegeben. Doch ein früherer Start sei organisatorisch nicht zu schaffen gewesen, sagt Bürgermeister Daniel Herz: „Wir führen hier innerhalb von drei Monaten ein riesiges Projekt ein, für das die Stadt Marburg 1,5 Jahre Zeit hatte.“ Auch bei der Stadtkasse hätten erst die Voraussetzungen geschaffen werden müssen.

Reste oder ganze Gutscheine können auch an örtliche Vereine gespendet werden, sagt Siebold. Dazu muss man den Namen des Vereins auf dem Gutschein vermerken, ihn persönlich unterschreiben und beim Bürgerbüro abgeben. Die Stadt sammelt alle Spenden und leitet sie dann an die Vereine weiter.

Nach der Gutschein-Aktion soll so schnell wie möglich ein nachhaltiges Bonuskarten-System eingeführt werden, vermutlich Anfang 2022, sagt Siebold. Je nachdem, wie viel Geld am Ende der Gutschein-Aktion noch von den 430.000 Euro übrig ist, wird die Stadt für die ersten 50 teilnehmenden Geschäfte die Bonuskarten-Gebühren übernehmen. „Ob ganz oder teilweise entscheidet der Magistrat“, sagt Herz. (Friederike Steensen)

Gewerbetreibende können sich noch melden

Alle 60 Firmen, die starke Einbußen wegen der Pandemie hatten und deshalb Gutscheine annehmen dürfen, sollen auf einer eigens eingerichteten Homepage aufgelistet werden. Sie soll spätestens am 6. Oktober nutzbar sein. Lebensmittel-, Getränke- und Futtermärkte, Apotheken und Drogerien, Reinigungen, Bau- und Gartenmärkte sowie ein Großteil des Handwerks dürfen die Gutscheine nicht annehmen – sie alle durften während der Lockdowns öffnen. Für Alkohol und Zigaretten darf der Gutschein nicht genutzt werden. 

Durch die Teilnahmebeschränkung soll auch sichergestellt werden, dass zusätzliches Geld in die Stadt kommt und dass die Bürger ihre Gutscheine nicht für den Wocheneinkauf an Lebensmitteln ausgeben, sagt Johannes Siebold. Gewerbetreibende, die die Kriterien erfüllen, können sich bis Ende September sowie nach dem 6. Oktober noch per E-Mail anmelden: stadtgeld@witzenhausen.de

Beim Bonuskartensystem, das ebenfalls von der Firma Rebos betreut werden wird, können ab 2022 alle Einzelhändler und Firmen mitmachen, auch von den Ortsteilen. (fst)

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