Arbeitsgruppe kümmert sich um Prävention

Häusliche Gewalt: Kinder sind immer Opfer

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Witzenhausen. Kinder sind immer die Opfer von häuslicher Gewalt – egal, ob sie diese selbst erleben oder Zeugen von Gewalt innerhalb der Familie werden. Darum wollen die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Gewaltprävention in Witzenhausen“ das Thema aus der Tabu-Ecke holen und es sichtbar machen.

Seit zwei Jahren sind sie mit dieser Aufgabe im Altkreis Witzenhausen aktiv – in Schulen, bei angehenden Erziehern aber auch zum Beispiel beim Seniorenrat.

Entwickelt hat sich die Arbeitsgruppe aus dem Runden Tisch gegen häusliche Gewalt im Werra-Meißner-Kreis, berichtet die Kreis-Gleichstellungsbeauftragte Thekla Rotermund-Capar. Seit 2013 liege hier der Schwerpunkt auf der Prävention.

Gemeinsam mit Witzenhausens Gleichstellungsbeauftragte Katja Eggert hat Manuel Schwab vom Beratungs- und Förderzentrum in Rommerode den Arbeitskreis forciert. Wichtig dabei: „Der Blick aus Kindersicht und gleichzeitig den Blick auf die Kinder richten“, erklärt Eggert.

Nach einigen Vorbereitungstreffen fand im Januar 2015 eine erste Informationsveranstaltung im Ermschwerder Schloss statt. Mit dabei waren Vertreter von Schulen, Seniorenrat, Grundschulsozialarbeit, Kirche und sozialpsychiatrischer Dienst. Hier wurden den Teilnehmern Möglichkeiten, aber auch Grenzen des Hilfesystems vorgestellt und eine erste Einführung zum Thema gegeben, erklärt Schwab. 

Mit Erfolg: An der Gertenbacher Lindenhofschule und der Ernst-Reuter-Schule in Neu-Eichenberg machten den Anfang mit Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Kollegien. Parallel gab es eine Infoveranstaltung mit dem Seniorenrat. Auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Zielgruppe, aber: „Senioren haben eine Schutzfunktion als Oma und Opa“, erklärt Eggert. Oft seien sie Fluchtpunkte für die Kinder.

Dazu wurden Kita-Mitarbeiterinnen für das Thema sensibilisiert und es wird künftig jedes Jahr eine entsprechende Veranstaltung für angehende Erzieherinnen an den Beruflichen Schulen Witzenhausen stattfinden. Das wichtigste bei den Veranstaltungen, so Rotermund-Capar: Die Teilnehmer sollen zu Multiplikatoren werden und wissen, an wen vom Hilfesystem im Werra-Meißner-Kreis sie sich wenden können. 

Demnächst geplant ist eine Veranstaltung an der Witzenhäuser Kesperschule, die Plakatkampagne „Witzenhüsser schützen Kinder vor häuslicher Gewalt“, für die Eggert noch Fotomodels sucht und die Ausstellung „echt fair“ soll an die Johannisbergschule geholt werden. 


Info: Das Hilfesystem besteht aus dem Verein Frauen für Frauen, Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten, Männer- und Paarberatung, Polizei, Jugendamt, Frauenhaus, Beratungs- und Förderzentrum für Lern- und Erziehungshilfe und dem sozialpsychiatrischen Dienst. Infos gibt es bei Thekla Rotermund-Capar unter Tel. 0 56 51/4 74 13 40 und unter E-Mail Thekla.Rotermund-Capar@Werra-Meissner-Kreis.de

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