Zweiter Anlauf

Ein Rentner mit drei „N“: Hans Spinn will Bürgermeister von Witzenhausen werden

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„Ich brauche keine Millionen“: Das summte Hans Spinn bei der Fotoaufnahme. Dem Bürgermeisterkandidaten sind andere Werte wie Gemeinsinn und gesellschaftlicher Wandel wichtiger.

Witzenhausen. Fünf Kandidaten wollen Bürgermeister von Witzenhausen werden - wir stellen die Bewerber vor. Heute: Hans Spinn tritt für die Alternativen für Witzenhausen (AfW) an.

„Ich bin Rentner mit drei N, ich renne“, sagt Hans Spinn und lacht. In der Tat sieht man den 61-Jährigen, der sich zum zweiten Mal als Bürgermeister von Witzenhausen bewirbt, immer in Bewegung: Sei es auf dem Rad, beim Schwimmen oder wenn er die Kinder von Bekannten betreut.

Ein bisschen aus der Reihe fällt da der Chor „a gospella“, in dem er mitsingt – dann aber auch wieder nicht, denn hier herrscht Gemeinschaft: Ein Punkt, der dem Bürgermeisterkandidaten wichtig ist. „In der Gemeinschaft aufgehoben sein und gleichzeitig für die Gemeinschaft etwas tun“, nennt Spinn es.

Generell lassen sich bei ihm privates, politisches und gesellschaftliches Engagement schwerlich trennen. Wenn Spinn sich zum Beispiel für den Mehrgenerationengarten oder die Transition-Town-Bewegung einsetzt und hier mitarbeitet, dann steht auch immer der Wunsch nach gesellschaftlichem Wandel dahinter. „Ich bin aus den Arbeitsprozessen raus. Das gibt mir die Möglichkeit, nur noch die Dinge zu machen, die mich sowieso schon mein ganzes Leben lang begleiten“, betont er. Denn: „Den Menschen macht mehr aus, als Schaffen und Verbrauchen.“ Da kommen ihm die Innovationen, die in der Kirschenstadt entstehen und bereits entstanden sind, gerade recht. Für Spinn ist Witzenhausen sowieso keine Kleinstadt, sondern eine Metropole, angesichts der zukunftsweisenden Ideen, die hier entwickelt werden. „Witzenhausen hat ein unheimliches Potenzial“, betont er.

Ideen einbringen

„Ich habe mich schon immer für Politik interessiert, für die Frage, wie Prozesse entstehen und ich habe ein großes Gerechtigkeitsgefühl“, erklärt er, warum er nicht nur für das Bürgermeisteramt kandidiert, sondern sich auch schon um einen Sitz im Bundestag beworben hat.

Der Wunsch, in den Politikbetrieb zu schauen, und Anträge zu stellen, sei auch Motivation gewesen, warum sich die Alternativen für Witzenhausen (AfW) im vergangenen Jahr für die Stadtverordnetenversammlung beworben haben. Sie werden nun von Spinn und Dr. Christian Platner vertreten. „Wir möchten präsent sein und unsere Ideen vorstellen“, betont Spinn. Denn: „Veränderungen sind nur möglich, wenn man sich persönlich kennt.“

Traut er sich zu, mit 61 in das Bürgermeisteramt einzusteigen? „Ich mache es auf meine Art“, sagt Spinn und lacht. Er wolle mehr fachkundige Bürger – „kommunale Intelligenz“ nennt er das – mit ins Boot holen und Verantwortungen teilen. „Ich trete auch an, um das Amt in dieser Form abzuschaffen.“ Die Reaktionen von Freunden und Mitstreitern auf diese Ankündigung seien gemischt gewesen – von „Du schaffst es doch sowieso nicht“, bis „Ich wähle Dich“, sagt Spinn. Aber: „Selbst wenn es nicht reicht und trotzdem unsere Themen an die Öffentlichkeit kommen und umgesetzt werden, dann haben wir gewonnen.“

Einen persönlichen Fragebogen, mit dem wir Hans Spinn auf den Zahn gefühlt haben, sowie einen ausführlichen Lebenslauf lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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