Heftige Diskussion um Bürger-Projekt für den Marktplatz

+
So könnte es aussehen: Unter dem Motto „Plausch unter Platanen“ will der Bürgerverein für Bau- und Wohnkultur Sitzgelegenheiten auf dem Marktplatz in Witzenhausen installieren – an mindestens drei Bäumen, auch um ein einheitliches Bild zu erhalten. Dazu müssen hölzerne Sitzflächen auf den Steinringen installiert und Einzelelemente entfernt werden.

Witzenhausen. Um ein Bürger-Projekt, mit dem Sitzgelegenheiten auf dem Marktplatz geschaffen werden sollen, gibt es in Witzenhausen heftige Diskussionen.

Es klingt nach praktisch und sinnvoll: Der Bürgerverein für Bau- und Wohnkultur will auf den Steinringen rund um die Platanen auf dem Witzenhäuser Marktplatz Sitzgelegenheiten installieren. Dazu sollen einzelne Steinelemente entfernt werden. Doch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wuchs sich die Umsetzung des Projektes zu einem kleinen Machtkampf zwischen Magistrat und Ausschuss aus.

Der Magistrat - vertreten von Bürgermeisterin Angela Fischer (CDU) - hatte beschlossen, dass zunächst nur ein Ring ausgestattet werden soll, um den Aufwand des Umbaus zu ermitteln und zu testen, ob die Sitzgelegenheiten angenommen werden. Falls das Projekt scheitere, würde man die Kosten für den „Test-Ring“ übernehmen.

Markus Keil (SPD) beantragte dagegen für die rot-grüne Koalition, dass dem Wunsch des Vereins entsprechend gleich drei oder fünf Ringe umgerüstet werden sollen. Das Projekt falle als Geschäft der laufenden Verwaltung in die Zuständigkeit des Magistrats und werde so umgesetzt, wie es der Magistrat für richtig halte, erwiderte Fischer. Das brachte Peter Schill (SPD) auf die Palme: „Wenn sich die Stadtverordneten für drei bis fünf Ringe aussprechen, kann der Magistrat das nicht einfach übergehen.“ Falls es um die Kosten gehe - die seien unerheblich, weil Bürger und Sponsoren das Projekt finanzieren sollen. „Ich frage mich, warum sich der Magistrat gegen eine private Initiative so sperrt.“

Fischer verteidigte den Magistratsbeschluss: Man habe das Projekt ausführlich diskutiert und sorge sich, was daraus wird, wenn der Marktplatz umgestaltet wird. Manwolle weder den Bürgerverein verärgern, noch Initiativen abwürgen oder Sponsoren vor den Kopf stoßen. Unterstützung erhielt ihre Position von Jürgen Vogelei (FDP), Jörg Losemann (CDU) und Hans-Walther Hebel (CDU). Als sich die Debatte zuspitzte, beantragte die SPD schließlich eine Sitzungsunterbrechung.

Danach durfte Vorsitzende Veronika Kühnapfel die Position des Vereins vertreten. „Mit uns wird es nur einen Ring nicht geben“, betonte sie. Man brauche das Konzept nicht testen, der Chef einer örtlichen Tiefbaufirma habe schon Kostenschätzungen für die Entfernung einzelner Elemente aufgestellt. Kühnapfel kritisierte zudem, dass die Verwaltung den Verein nicht über die Umgestaltung des Marktplatzes informiert habe, obwohl sie von den Plänen des Vereins gewusst habe. „Das haben wir aus der Zeitung erfahren.“

Am Ende wurde die Verwaltung beauftragt, nochmals das Gespräch mit dem Verein über einen Kompromiss zu suchen. Sollte das nicht erfolgreich sein, behält sich die rot-grüne Koalition vor, bei der übernächsten Stadtverordnetenversammlung einen erneuten Antrag zum Umrüsten von drei Ringen zu stellen. Veronika Kühnapfel betont, ihr Angebot mit drei Ringen aufrecht erhalten zu wollen. Man sei zu Gesprächen bereit und wolle keinen Streit.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.